Valparaiso, Pucón und Valdivia

Chile_Valparaiso_010-Müllabladen verbotenDie Abreise aus Santiago fällt uns sichtlich schwer. Pato hat uns zum Abschied am letzten Tag selbstgemachte Empanadas gebrutzelt, die schmecken um Längen besser als alle die wir bisher irgendwo gekauft haben. Aber es hilft nichts, wir müssen los, denn unser Bus nach Valparaiso, die “paradisische Stadt”, wartet. Es sind nur ca. 1 1/2 Stunden Fahrt, das Busunternehmen ist wohl gewählt und da geht es auch schon los.

Chile_Valparaiso_043Wir haben nichts vorgebucht, ist aber auch nicht nötig, denn am Busterminal stehen unzählige Infostände mit Angeboten bereit. Wir suchen uns eines der günstigeren aus, das b-side House liegt nur 5 Minuten vom Bahnhof weg. Nettes kleines Zimmer, einfaches Frühstück inkl., frei Tee und Kaffee, Küche zum Kochen. Supermarkt Marke Aldi der 80er ist die Straße runter und so decken wir uns für den Abend mit Nudeln und Tomatensauce ein. Leider fehlt die Barbeque-Sauce aus Australien, denn die Tunke schmeckt genau nach dem was sie gekostet hat: nichts Smiley . Da hilft auch das Päckchen Tiefkühlgemüse nicht viel weiter… Nun denn, wir sind satt geworden und nur das zählt.

Chile_Valparaiso_008Chile_Valparaiso_033Chile_Valparaiso_021Chile_Valparaiso_002Valparaiso soll die schönste Stadt Chiles sein, zumindest wenn man Reiseführern und sonstigem trauen darf. Den Eindruck teilen wir nicht. Die vielgerühmten Aufzüge auf die Cerros, die ca. 40 Berghügel, welche die Küstenstadt säumen sind zwar eine praktische Erfindung, um die unglaublich steilen Treppen und Straßen für die Bevölkerung zu umgehen, aber wir hatten uns etwas mehr versprochen. Wir schlendern dem zur Folge 2 Tage einfach so durch die Stadt, denn es ist kalt, richtig kalt sogar. Am 3ten Tag dann kurz rüber nach Vina del Mar, hier liegt eines DER Weinbaugegenden. Da wir aber unsere Weinverkostung schon hatten, das Wetter mehr als bescheiden ist und Vina del Mar mehr das Flair von Cote d’Azur- und/oder italienische-Bettenbunker hat, nichts wie weg Müdes Smiley. Das beste war noch das kleine Kaffee in einer Seitenstraße, welches uns mit lecker Kuchen und Kaffee entzückt hat. Hier kauft der Chilene ein, das merkt man, denn die Preise haben keinen Touri-Aufschlag und schmecken tuts auch hervorragend.

Wir haben uns in Santiago bereits für eine 2-Tages-Tour mit einem Unternehmen namens Pachamama gebucht. Ein Low-Budget-Anbieter mit MB-Sprinter-Bussen, es werden regelmäßig 2 Touren angefahren. 1 nach Norden in die Atcama-Wüste, eine nach Süden über Pucón nach Puerto Montt. Das besondere ist, es funktioniert als hopp-on/hopp-off. Man kann quasi an jedem Stopp aus oder einsteigen, sofern Platz im Bus ist, Chile_Valparaiso_011bezahlt werden nur die Tage, welche man mitfährt. Wir wollen den 7-Lake-District mitnehmen, das geht mit öffentlichen Mitteln nur schwer. Wir steigen in Pucón ein und in Puerto Varas 2 Tage später wieder aus. Den Transport nach Pucón müssen wir selbst organisieren, aber das ist nicht wirklich schwierig. Von Valparaiso gibt es einen Direkt-Night-Bus.

Chile_Pucon_079Pucón liegt direkt am Vulcan Villaricca und an einem malerischen See. Thorsten würde jetzt vermutlich die Kreditkarte zücken und die Tour auf denselben buchen. Die Besteigung ist als Ein-Tages-Tour möglich, hat aber den Reiz von Disney-Land, denn es rennen ca. 200 People täglich da rauf. Überhaupt Chile_Pucon_011-El Canigefällt mir Pucón nicht sonderlich Daumen runter. Das liegt aber daran, dass es mehr Ischgl, St. Moriz oder sonst einem völlig überteuerten “Szene-Ort” gleicht. Preise sind gelinde gesagt eine Frechheit, dagegen war Santiago ja günstig, es gibt quasi alles, was das Bergsteiger- oder Treckking-Herz schneller schlagen lässt. Auch jede Menge Kayak, Rafting, Hydrospeeding-gedöns, und natürlich so ziemlich jede Agentur an der Hauptstraße bietet den Trip zum Vulcan an.

Frühstück bei TiffanyWir haben auch hier keine Unterkunft vorgebucht, aber von Pachamama ein paar Empfehlungen bekommen. Es ist Hauptsaison in Chile und daher vieles ausgebucht. Nach einiger Sucherei werden wir aber trotzdem fündig. Das “La Tetera” hat für uns noch ein Plätzchen, günstig ist was anderes, aber wir haben keine Wahl. Dafür ist ein unglaubliches Frühstück mit dabei, das reisst vieles raus. Wir bleiben 2 Nächte in Chile_Pucon_002-VillariccaPucón, zu wenig um sich aus dem reichhaltigen Angebot mehr als eine Sache rauszusuchen, für mich aber lange genug. Wir haben uns die Trecking-Tour “el Cani” rausgesucht, eine Wanderung durch den Canyon auf den Aussichtspunkt zu den 3 Vulkanen hoch und an die vielen Lagunen dort oben, besonders interessant ist die Laguna Negra. Chile_Pucon_018

Jetzt kommen meine neu erworbenen Neuseeland-Kraxel-Kenntisse voll zum Einsatz. Kurz nach der Ranger-Station geht es in den Berg, steil bergauf, Chile_Pucon_014-El Caniund ich meine steil. Von 370Höhenmeter in ca. 2,5km hoch auf 1.300Höhenmeter.Chile_Pucon_061 “Oben” angekommen sind die letzten km mit nur noch ca. 200hm quasi Kindergeburtstag. Doch wir entscheiden uns nur bis zur ersten Lagune zu gehen. Sind etwas spät gestartet, zu wenig Verpflegung für einen längeren Treck und der Weg runter ist auch nicht ohne. Reicht auch völlig, das merkt Doro am nächsten Tag in den Beinen Smiley , die sind nämlich Wackelpudding. Ich habe es recht gut und ohne Muskelkater weggesteckt. Das ist ganz sicher mein Vorsprung durch Neuseeland, den Mt. Egmont, Ben-Lomond-Track und natürlich der Milford-Sound.

Am nächsten Morgen sammelt uns dann unser Guide von Pachamama ein Smiley mit geöffnetem Mund . Chile_Valdivia_001Chile_Pucon_032Es geht über den 7-Lake-District Richtung Süden nach Valdivia, wo wir eine Nacht verbringen. Sagen wir mal so, ganz nett Zwinkerndes Smiley . Hatten etwas mehr erhofft, aber so what. Gegen Nachmittag schlagen wir in Valdivia auf. Nach kurzem Einchecken in der Vorschlags-Unterkunft bringt und der Bus zu einem Foodstall der anderen Art. Chile_Valdivia_004-FleischbergeTraditionelles chilenisches Essen und Unterhaltung. Wir sind gespannt: Uns erwartet: Volksfest…, jeden Tag Sause, mit Grillhütten, Kuchens-Ständen, Bier, sieht aus wie Oktoberfest in winzig. Wir beschliessen: Es wird probiert was geht: anticucho (Fleischspieß), einen Teller buntes irgendwas und dazu ein Kunstmann. Abendessen fällt definitiv aus Smiley . Auf dem Rückweg steigen wir in Valdivia-Centro aus, es wird ein ganz kurzer Rundgang, Doro ist immer noch etwas “geschwächt”. Nach dem Frühstück am nächsten Tag ab nach Puerto Montt und dann weiter zum eigentlichen Ziel, Puerto Varas. Dort haben wir diesmal was vorgebucht, denn es erweisst sich schon bei der Recherche als recht schwierig, dort noch eine Unterkunft auf gut Glück zu bekommen.

Chile_Pucon_038In Puerto Montt landen wir auf dem Fischmarkt und dann in einem Fisch-Restaurant. Es hat so ein bisschen den Charme von Hinkarren, was wir schon aus Süd-Ost-Asien kennen, denn das Lokal ist nicht wirklich schön, teuer und Doro hats auch nicht geschmeckt. Muscheln mit Papas fritas. Ich habe keine Experimente gewagt und fritierten Lachs bestellt. Die bessere Wahl wie sich rausstellte. Egal, Lehrgeld. Wir waren nur 4 Leute im Bus, kommt mal vor wenn viele sich entscheiden einfach irgendwo auszusteigen. Die meisten sind in Pucón geblieben, nur Kira und Don aus Kanada sind noch mit dabei. Bei anschliessendem Kuchens mit Cortado werden die beiden erst mal ausgequetscht über das Reisen in Kanada, bekommen super Infos und die Email-Adresse.

In Puerto Varas angekommen beziehen wir direkt unser Hostel, für die erste Nacht nur Dorm-Bett, ist aber 3er-Dorm, das geht. Der erste Eindruck ist: Deutlich angenehmer als Puerto Montt (zum Glück haben wir uns nicht da eingemietet) und wir bleiben auch was länger. So bleibt Zeit, sich die Gegend mal anzuschauen. Im Margouya-Hostel liegt eine Tour-Mappe aus, mich fixt der 2-Tages-Trip auf den Vulcan Calbuco an. Nicht ganz so krass wie auf andere Vulcane und als Splitt auch für meine alten Knochen machbar. Wir werden sehen.

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