Ubud

Schon der letzte Tag in Ubud … ach, das Puri Asri ist eine so wunderschöne Unterkunft, unsere schönste bisher. Schon der Eingang ist etwas Besonderes, eine Art Tempelpforte mit blumengeschmückten Treppenstufen. Pura bedeutet Tempel, vielleicht heißt Puri ja so was wie kleiner Tempel? Dahinter geht ein schmaler Weg zwischen erhöhten, reetüberdachten Sitzplattformen her, auf denen die Balinesen sich gerne zusammen setzen oder einfach nur ausruhen. Diese “Gazebos”haben wir auch draußen schon oft gesehen, und sie scheinen in keinem Haushalt zu fehlen, genauso wie der Haustempel.

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So kommen wir auf dem Weg zu unserem kleinen Bungalow mit Himmelbett immer an der ganzen Familie vorbei, und können bestaunen wie die Frauen geschickt kleine Körbchen oder Opfergaben aus Schilf, Blumen und Früchten herstellen. Ich möchte auch so eine Sitzhütte, wenn ich mal wieder einen festen Wohnsitz habe. Wir haben uns hier so herzlich aufgenommen und umsorgt gefühlt, dass der Abschied schwer fällt. Allein schon das Frühstück, das morgens an den Tisch vor unserem Häusschen gebracht wurde… mit Blick auf Bananenpalmen, Hibiskussträucher und den Garten…

Als kleines Extra darf man auch den Pool des etwas entfernt gelegenen Puri Asri Villa benutzen, ein etwas edleres Apartmenthotel des gleichen Besitzers. Also habe ich mich gleich mal dorthin auf den Weg gemacht, während Heyko sich diversen elektronischen Aufgaben und dem Geocachen widmet. Der 20minütige Spaziergang führt durch einen Affenwald, in dem unzählige grauhaarige Makaken ihrem Geschäft nachgehen: fressen, gähnen, kuscheln, sich gegenseitig das Fell nach Ungeziefer absuchen und dabei Grimassen schneiden. Nach einem kleinen Abstecher in die Reisfelder komme ich schließlich am Puri Asri Villa an. Eine sehr freundliche Angestellte begleitet mich durch die Anlage bis zum Pool und zeigt mir alles, inklusive Getränkeservice-Telefon. Der Pool gehört mir! Außer mir nur noch eine Sonnenanbeterin, die sich aber nach kurzer Zeit verkrümelt. Ich schwimme ein paar Bahnen und freue mich wie ein Schneekönig über die Abkühlung und diesen unerhörten Luxus. Dann schnappe ich mir mein Buch und eine Sonnenliege, und so vergeht der Nachmittag.

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Auf dem Rückweg komme ich an einem typisch balinesischen Restaurant mit offenen Seiten und einem hohen Reetdach vorbei. Dahinter fällt die Landschaft ab und man hat Ausblick auf den tiefer gelegenen Wald. Es sieht wie so viele Anlagen hier wunderschön aber völlig leer aus. Das soll sich ändern. Um unseren letzten Abend hier feierlich zu begehen, spazieren wir abends wieder durch den Affenwald und gehen mal “so richtig fein aus” zum Essen, statt wie sonst zu einem einfachen Warung-Straßenstand.  Hui! Ein hocherfreuter Kellner lässt uns den schönsten Tisch aussuchen, zieht die Stühle für uns zurück und wir wählen aus der Karte Ingwer-Hühnchen (Doro) und ein unaussprechlich langes Gericht (Heyko), dazu 2 große Bintang zum Abkühlen. Der Kellner bedankt sich immer wieder, dass wir den Weg hierher gekommen sind. Auf dem Tisch stehen duftende weiße Blüten und da es langsam dunkel wird (ist ja schon halb sieben…) kommt noch Kerzenbeleuchtung dazu.

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Während wir auf das Essen warten und das letzte Abendrot hinter den Bäumen anschauen, taucht eine Mücke auf, die ich wegscheuche.  Darauf hat unser aufmerksamer Kellner nur gewartet. Er eilt mit einer Räucherspirale herbei, entschuldigt sich (für die Mücken, wirklich!) und von da an meiden die Viecher unseren Tisch. Unser Essen kommt, besonders das von Heyko sieht toll aus, mit einem Reistürmchen in der Mitte. Hier ein Bild, aber meine Kamera ist nicht so doll und fängt die Farben am Abend nicht ein… stellt es euch viel bunter und leckerer vor!

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Natürlich schmeckt es auch super, wie fast alles was wir bisher auf Bali gegessen haben. Zum Abschluss gibt es noch echten Bali Kopi, in der Tasse aufgebrühter feiner Kaffee, der ein bißchen nach Kakao schmeckt.

Wir laufen zufrieden nachhause, zum Glück hat Heyko die Taschenlampe eingepackt. Im Monkey Forest ist es stockfinster, ab und zu rattert ein Moped an uns vorbei und wir drücken uns an die Seite, um nicht unter die Räder zu kommen. Fast sind wir wieder zuhause, da fällt es mir ein… ich hab den Fotoapparat liegen gelassen. Es hilft nichts, das heißt nochmal den langen Weg hin und zurück durch den Affenwald, aber wir nehmen es ziemlich gelassen. Die Reise zeigt schon WirkungSmiley

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