Roadtrip durch Australien–der etwas andere Reisebericht

3 Tage Sydney, das waren 3 Tage fast nur Stress. Warum weiss ich natürlich, ich hatte keine Ahnung wie es hier weiter gehen sollte. Zwar hatte ich mir ja für die erste Tage einen Unterschlupf organisiert, doch 3 Tage sind schnell rum. Neben Recherche im Internet wollte ich ja auch noch was sehen….

Im Endeffekt ist es darauf hinaus gelaufen, das ich mir einen winzigen Campervan gemietet habe, für die nächsten 4 1/2 Wochen gehts damit durch die Weiten von Down Under. Den Reisebericht werde ich als eine Art Tagebuch verfassen und jeweils verlängern. Das hilft auch mir, meine Gedanken zu sortieren. Manchmal sind die im Augenblick ziemlich verquer.

29.11.2013:

“Auszug” aus meinem kleinen Nest bei Alison und ihrem Sohn. Schade, das war es wirklich sehr schön und hat mir die Ankunft etwas leichter gemacht. Das war wie ein Stück zu Hause weit weg von zu Hause. Mal wieder in einem normalen Haus wohnen… Die Abholung vom Camper steht an. Im Vorfeld ziemlich knappe Sache, doch durch die Hilfe von CamperHire.com.au, eine Vermittlungsagentur hats dann doch noch geklappt. Vielen Dank an Alexander nochmal an der Stelle für das Engagement. Die Karre ist super….

Das ganze Procedere hat ca. 30 Minuten gedauert, von dem Zeugs habe ich eh nur die Hälfte verstanden und das was mir wichtig war, Versicherung für alles und SB auf Null runter, war vorab schon inklusive.

Los gings erst mal in die falsche Richtung, nach Süden, aber ich will nach Norden. Also hats 70km gedauert, bis ich überhaupt aus Sydney North raus war. Dann den Pacific Highway hoch, zwischendurch die Touri-Route (landschaftlich traumhaft) genommen und dann abends in Newcastle angekommen. Hier am Meer ein deutsches Pärchen getroffen, die einen Super-Camping-Atlas hatten. Da durfte ich mir ein Quartier für die Nacht raussuchen, in Raymond Terrace stehe ich nun für die erste Nacht.

Meine Gedanken sind nicht ganz einfach. Zum einen habe ich Heimweh, das kommt und geht, aber im Augenblick ist es eben da. Doro fehlt mir unheimlich. Gerade die Landschaftsroute hat gefühlstechnisch eine Achterbahn ausgelöst. Wir haben so viel Natur zusammen gesehen und bewundert, manchmal auch mürrisch meinerseits beklagt, heute wäre ich froh, Sie neben mir im Auto sitzen zu haben.

Es ist jetzt um die 22.00 Uhr hier in Australien und auf dem kleinen Campingplatz ist nichts viel los. Ich werde jetzt versuchen zu schlafen. Leider ist es hier in Down Under nicht ganz einfach an Bier zu kommen. Das darf nur von Liqour-Shops, teils großen Supermarktketten oder eben Pups mit Lizenz verkauft werden. Nix mit mal ner Pulle Blondes am Kisok. So tröste ich mich mit einer Flasche Wasser und Keksen.

Achso, fast vergessen. Heimweh wurde genährt von einer kleinen Zeitreise. Hab heute den ersten Aldi-Discounter seit 6 Monaten gesehen. Das ist mir unheimlich, hat aber auch sein gutes, da gibts nämlich… genau: Bier.

 

30.11.2013:

Die Nacht war fürn Sack. Immer wieder rumgewälzt und aufgewacht. Ok, erstes mal pennen im Camper, ist wohl normal. Das Frühstück fällt backpackermässig aus. Vor lauter Verzweiflung mache ich mir ein Elvis-Presley-Gedenk-Sandwich. Zutaten habe ich zufällig alle eingekauft gehabt und der Camper hat wirklich alles an Bord. Wasserkocher, Toaster, Tassen und Teller, man muß nur richtig hinschauen, dann findet man das Zeugs auch..

Geht mir etwas besser heute, aber immer noch nicht gut. Hoffe, das kommt noch.

Nach kurzer Studie des Bordmaterials wie Guide-Book und Atlas ist das nächste Ziel gesteckt: Nelson Bay, dort der one mile beach. Nicht so weit heute, habe keine Lust Kilometer zu machen, das kommt noch Konnte mir unter dem Namen nichts vorstellen, die heissen hier alle irgendwie. Jetzt allerdings schon, der Strand ist locker eine Meile lang und wunderschön. Das ist die Ecke hier um Nelson Bay übrigens alles: rechts das Meer, links der Nationalpark. Für jeden was dabei oder eben auch für den Liebhaber in Hülle und Fülle. Zufälliger Weise habe ich auch mein Hobby, das cachen, hier direkt wieder machen können. Inmitten einer Felsbucht liegt eine Dose und wartete auf mich.

Da hier wildes Campen verboten ist (und empfindlich betraft wird, die Hinweis- und Verbotsschilder stehen hier nicht umsonst rum) habe ich mich in einer Backpacker-Lodge einquartiert. Ich schlafe zwar im Auto, aber Küche, Duschen, Toiletten und sonstige Räume benutzte ich fleissig mit. Den frühen Abend habe ich mit dem Studium von Reiseführer, Atlas und einigen Broschüren verbracht, um zumindest mal einen groben Zeitplan für die Tour zu haben. Dabei mit Bedauern festgestellt, das auf jeden Fall ein Spot wegfällt. Der Weg zum Lake Eyre darf vom Vermieter aus nicht mit meinem Van gefahren werden. Schrott.. Mal sehen, ob ich das irgendwie lösen kann, ohne hunderte Dollar zu verschwenden. Lake Eyre ist der größte Trockensee der Welt und führ nur wenige Tage im Jahr Wasser. Jetzt kann man sagen, was ist da dran besonderes? Wenn da eh kein Wasser drin ist… Gute Frage, ich wollte halt gerne hin. Das Teil ist so riesig, der ist vom Weltraum aus zu sehen. Na gut, bis dahin ist noch Zeit.

 

Gute Nachricht ist, das ich Ayers-Rock mit dem Van ganz fahren kann und werde. Das spart mir eine kostspielige Tour. Greyhound z. B. nimmt dafür über 300$. Und ich habe eine Möglichkeit gefunden, auch im Nirgendwo zumindest mal Emails zu bekommen und zu senden. Es reicht eine Handyverbindung. Die Datenmenge kann nur winzig sein, größere Brocken gehen damit nicht. Vieleicht reichts auch für den Blog, wird zumindest versucht. Bilder müssen warten, die kommen dann eben später dazu.

Beim Abendessen (Schinken-Käse-Toast und ne Nudelsuppe) haben sich 3 junge Leute aus England einquartiert. Machen hier was Urlaub, die Schwester von zweien arbeitet hier.

Jetzt ist es ca. 21 Uhr Ortszeit, ich ziehe mir jetzt ein Bier rein und mach ne Folge vom Bullen an. Vielleicht werdens auch 2 Bier, das ist nämlich ein Light, ich hatte im Supermarkt einen älteres Pärchen nach trinkbarer Plörre angehauen und eine Empfehlung bekommen. Morgen werde ich aber Männerbier kaufen gehen, von dem kastrierten Zeugs muß ich sonst Nachts nur raus und es wirkt nicht Smiley .

Kleiner Nachtrag: Was macht ein Kronkorken so unglaublich hartnäckig? Genau, wenn man versucht das Ding mit nem Löffen aufzumachen statt aufzuschrauben. Die Pullen haben Schraubverschlüsse…

 

02.12.2013:

Gestern bin ich von Nelson Bay weiter nach Norden gefahren. Vorher aber noch eine Geocaching-Runde in Nelson Bay eingelegt. Mal wieder so unbeschwert durch die Natur stapfen, das lenkt etwas ab. Eigentlich wollte ich ja bis nach Port Macquire hoch, doch nach Blick auf die Karte steht fest, bin viel zu schnell. In den Tempo wäre ich in 2 Wochen wieder in Sydney. Also bin ich nur bis nach Taree gefahren. Das ist die heimliche Farmerhauptstadt hier an der Ostküste und nicht gerade klein. Australien ist für Camper top organisiert, so ziemlich jedes Nest hat eine Touri-Info und die taugen auch was. Karte, nach ner Unterkunft gefragt, eigentlich irgendwas am Strand oder so, aber dann die Empfehlung bekommen: Wingham, liegt direkt an einem See, ist nur 10km von Taree weg in einem National-Park und soll sehr schön sein. Das beste: umsonst, zwar kein Strom, aber Klo, Grillhütte und jede Menge Natur. Also nix wir hin, bin bis noch3 Campern alleine da. Es sollte sich ergeben, das die anderen alles Deutsche sind. Simon aus Halle und noch ein Pärchen von 23 und 25 Jahren aus Wuppertal (Namen habe ich leider vergessen). Wir haben und Nudeln mit Spagettisauce reingezogen und mal so allerlei ausgetauscht. Die 3 sind auch für mind. 1 Jahr unterwegs, aber mit einem Work-and-Travel-Visum. Haben Autos gekauft und damit tingeln die auf der Suche nach Arbeit durchs Land. War ein super schöner Abend und zur Freude aller habe ich mein Bier spendiert, immerhin war der erste Advent…., so was wie Spekulatius gabs auch, aber lassen wir das.

Die Nacht war richtig kalt und ich habe gefroren. Sind wohl die Nachwehen von 4 1/2 Monaten Süd-Ost-Asien. Wir haben dann noch schön gefrühstückt alle man, so wie man es vom Campen eigentlich kennt, nur das es so dermaßen dürftig aussieht, alle müssen sparen und es gibt nur Toast mit Nutella oder Erdnussbutter, etwas Obst und Kaffee. Reicht aber und in Gesellschaft schmeckt fast alles gut.

Achso: Zwischendurch hatte ich mir mal eine der so gelobten Aussi-Pies gegönnt. Das ist Blätterteig mit Füllung, in der Regel was fleischiges, gibts aber auch in Kombi mit Käse und sonstigem Zeugs. Leute ich sach euch: Das today’s special war fürn Sack. Das kann unmöglich öfters als einmal gegessen werden. DIe Füllung sah nicht nur nach Hundefutter aus, die schmeckte auch so, echt zum kötzen, bähhhh. Ich habs nur aufgegessen weil ich a) Hunger hatte und b) 2AU$ nicht einfach in der Tone landen.

BTW: Hier in Australien kommt ohnehin eine Sache mit Vorliebe auf den Tisch: Fleisch. Burger, Steak, Burger, dann diese grauenvollen Pies. An der Küste natürlich noch Fisch, aber mehr scheints hier nicht zu geben. Pizza wäre noch erwähnenswert.

Ok, weiter im flow. Nach dem Frühstück bin ich dann nach Coffs Habour durchgestartet. Das war die Empfehlung “meines” Pup-Wirts in Sydney. Von hier aus kann man schöne Touren in die nahgelegenen National-Parks machen. Mal sehen. Wie üblich erst mal die Touri-Info angesteuert, die Miezen dort haben mit dann das günstigste Angebot rausgesucht, 28AU$. Aber ich brauche Strom, nicht alle Geräte kann ich über 12Volt laufen lassen und extra Adapter kaufen….nääää. Morgen ziehe ich um zu den kostenlosen Stellplätzen am Meer…

Meine Stimmung ist nach der gestrigen Begegnung etwas aufgelockert. Hier auf dem Platz werde ich aber keine neuen Freunde finden oder Bekanntschaften schliessen. Das Klientel scheint sehr darauf bedacht zu sein, unter sich zu bleiben. Na egal, morgen wieder.

Ach ja, noch eins: Habe meine erste Polizei-Kontrolle hinter mir. Alko-Test. Der Cop streckt mir so was wie in Micro vor die Nase und nuschelt sich irgendwas unverständliches in den Bart. Ich will da reinpusten, aber der zeiht das Ding weg und nuschelt weiter. Selbe Spiel, irgendwann komme ich dahinter, was der will: Count from 1 to 10, verstehen tue ich aber nur irgendwas mit count und 10. Na egal, Ergebnis: 0,00 o/oo wie sollte es anders sein, wenn man nur Wasser trinkt beim fahren. Die Strafen sind in Down Under übrigens saftig. Das Pärchen hat 2 x falsch geparkt in Sydney und sich jeweils ein Ticket üner 105 AU$ eingefangen. Suff am Steuer kostet mind. 250AU$, dann ist man gerade bei 0,5 o/oo angelangt, dadrüber will ich mir gar nicht ausmalen.

So, noch einige Infos für heute. Auf dem Platz gibt es öffentliches freies WLan, aber nur 3 Stunden bzw. 50MB Datenvolumen pro Tag.  Das geht ja schon fast alleine fürs das Update vom Virenscanner drauf. Also schnell die Banksachen gecheckt und Kleinigkeiten erledigt. Obs für ein Fotoupdate reicht, keine Ahnung. Vermutlich nicht.

Von Simon habe die eine App fürn Ipod genannt bekommen, die so ziemlich alle Stellplätze in Australien auflistet. Viele mit Gebühren, klar, aber auch ganz ganz viele zum Freistehen. Bei den Preisen überlege ich mir das mit dem Adapter 12V auf 240V vieleicht noch mal. Richtig fett ist, das der Minicamper eine Waeco 12V-Kompressor-Kühlbox an Bord hat. Kaltes Bier immer und überall, so muß es sein. BTW: Habe mir für heute abend eine 5AU$-Pizza vom Pizzahut gegönnt und dazu…. ja, 2 eiskalte Tooheyes (Aussi-Bier, was lokales), brauchte das mal nach 3 Tagen Toast mit Ham und Cheese und chinesische Instant-Nudelsuppe.

 

 

04.12.2013:

Der Umzug zum Strand war die beste Idee des Tages. Nachdem ich beim Aldi erst mal den Camper vollgepackt habe mit allerlei bin ich an den Digger-Beach gefahren. Dort wollte ich eigentlich in Ruhe ein paar Hotdogs wegmachen. Dabei 2 Jungs eingesammelt, die, wie soll in hier anders sein, aus Deutschland kommen, ein Work-and-Holiday-Visa haben und auf der Suche nach Arbeit sind. Später haben sich noch 2 weitere Pärchen mit Campern dazugesellt und es wurde ein super netter Abend in geselliger Runde (Bilder sind oder kommen online, einfach immer mal wieder in die Gallerie schauen). Alle Geschichten hier aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen, aber so manches zum wegwerfen war dabei. Von komisch bis unglaublich. Wir haben dann die Nacht auf einem Parkplatz am Strand verbracht. Das ist nicht überall erlaubt und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Ich habe so manches gelernt von den “altern Hasen”: Stellplätze braucht man nicht wirklich, viele Strände haben öffentliche Duschen, zwar nur kalt, aber Backpacker kennen keinen Schmerz. Aufwachen mit direktem Blick auf die Brandung, ein atemberaubender Sonnenaufgang und die frische warme Luft, das entschädigt für vieles. Sollte es mal nicht erlaubt sein (Bayron Bay ist da ein heisses Pflaster, kostet 295AU$ wer erwischt wird, und es werden alle erwischt Trauriges Smiley ), parkt man einfach auf einer Rest-Area und fährt zum duschen und frühstücken wieder auf den Parkplatz, verboten ist nämlich nur das overnight camping, fragt misch ned, Australien eben.

In den meisten Büchereien gibt es freies Wlan (zwar grotten lahm aber für Email und Blog wirds reichen) und man darf sein eigenes Gerät benutzen. Das kann natürlich auch gleich geladen werden, inkl. Kamera, Handy und Ipod Smiley . Oder man hängt das einfach mal in irgend eine Sanitärgebäude wo Strom verfügbar ist (gibts wohl genug). Das ganze reduziert meine künftigen Kosten natürlich um ein vielfaches, weil mit der größte Block der Stellplatz war. Die letzten beiden Tage habe ich nichts ausgegeben, ach doch, heute war Waschtag in einer Laundry, 23 Minuten waschen, 18 Minuten trocknen und ich war 10AU$ los, sauber is anders, aber immerhin riechts wieder frisch Smiley

2 Pärchen sind heute morgen Richtung Sydney aufgebrochen, der Rest bleibt inkl. mir wieder am Strand auf dem Parkplatz. Haben Bilder gemacht, bekomme ich per Email, dann gibts auch mal zum schauen, erzählen ist das eine, sehen das andere.

Vielleicht habe ich Glück und wir treffen uns alle an Sylvester in Sydney. Geplant ist das mal so grob, schaun mer mal…. Ich bin auf jeden Fall da, denn am 02.01.2014 habe ich einen Flug nach Auckland, Neuseeland. Morgen werde ich mich wieder auf die Piste machen, weiter in Richtung Brisbane. Das sind von hier aus knapp 500km, werde ich nicht an einem Tag schaffen, will ich auch gar nicht. Keine Ahnung wo ich rauskomme, das wird nach Lust und Laune entschieden. 2-300km muß ich aber machen, sonst wird der Zeitplan knapp, denn im ganzen werde ich so um die 7-8000 km gefahren sein am Ende. Richtig interessant wird es erst, wenn es ins Outback geht. Die Hitze wird einem die Grütze brutzeln, den Camper werde ich mit Wasserflaschen voll laden, zwischen 3 und 4 Pullen pro Tag werde ich brauchen. Hier ist wes jetzt 17:30 Uhr und ich ziehe mal um vom Digger Beach an die Habour Jetty und den dortigen Parkplatz, Nachlager vorbereiten und Abendessen.

 

 

07.12.2013:

Die letzten Tage waren so lala. Richtig gut getan hat mir die Gesellschaft mit Lennard, Daniela, Pater, Maggi, Rene und ? (hab ich leider vergessen). Bin dann der Empfehlung gefolgt und Richtung Norden nach Southpoint gefahren. Dort auf einem kostenlosen Parkplatz mit Crazy Steve genächtigt, vor Steve wurde ich schon gewarnt…Ne kleiner Scherz, aber Steve lebt im Auto und sammelt wohl mit Vorliebe andere Backpacker ein (Bilder in der Gallerie). Ich muß mich leider etwas ranhalten, denn die Entfernungen sind anders als bei uns.

Der Camper ist super und wir haben uns gut aneinander gewöhnt. Nur eine kleine Sache, das Gaspedal ist so ungünstig angebracht, das mir nach 2 Tagen der Fuß wehgetan hat. Das ist irgendwie so hoch… Hilft nix, das muß repariert werden. Ich habe mir in mühevoller Kleinarbeit eine Fußstütze gebaut, damit ist es um längen besser (Foto in der Gallerie).

Mein Weg hat mich von Southport über Agnes Waters bei Rockhampton nun nach Emerald geführt. In Rockhampton gehts statt nordwärts nun westwärst in Richtung Outback. In einer Touri-Info habe ich geniale Informationen und Karten bekommen, nun bin ich wirklich gerüstet, hoffe ich. Denn das Outback ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ich bleibe aber auf den Main-Roads, trotzdem ist es selbst hier in Queensland schon manchmal “unheimlich”, wenn man 20 Minuten auf einer schnurgeraden Straße fährt und kein Auto von vorne, kein Auto von hinten… Auf den ersten Road-Train bin ich mal gespant. Ich habe das Great Barrier Reef in Agnes Water gestreift und die Gold Coast unsicher gemacht. Standtechnisch ist Australien sicher mit das beste was es zu finden gibt. Hat leider auch so seine Tücken, krasse Brandungen (am Digger Beach hat einen angetrieben, Großaufgebot von Police und Ambulance…), Haie, Stinger (Quallen), und und und… Man sollte wissen was man macht und mal eben in einen Fluß springen ist auch keine besonders gute Idee. Vorher lieber mal die Locals fragen wie es denn so mit den Krokodilen aussieht…

Trotzdem hat Australien es mir wirklich angetan, das ich hier alleine unterwegs bin ist zwar sehr schade, aber ich kann das nunmal nicht ändern und muß das beste draus machen. Während in Deutschland wohl der Schnee eingesetzt hat ist es hier so um die 32°° im Schatten, und es ist noch nicht mal richtig Sommer hier, das kommt noch.

Es bedarf schon einiger Überzeugung zu glauben, das es noch 2 Wochen bis Weihnachten sind. Die Läden sind voll mit Baumschmuck, Süssigkeiten und allerlei Zeugs, so wie man es eigentlich erwartet würde, doch das Wetter passt ganz und gar nicht dazu. Das Radio dudelt Weihnachtsmusik und überall gibt es Christmas-Offers.  Dabei fern der Heimat zu sein, ist schon manchmal schwer. Mal sehen, wie ich das ganze löse und es mir geht.

Für heute stehe ich in Emerald auf einer Pferderennbahn und werde wohl nachher beim BBQ mitmachen, das ist wohl Wochenendtradition. Hab noch 2 Burger zu brutzeln. Ich werde versuchen, das freie Wlan beim McDonalds zu nutzen, um einiges an Post und Sonstiges zu erledigen. Da ich für gewöhnlich mit dem Camper jetzt so weit als Möglich frei, dafür kostenlos stehe (Dank an Lenard, Daniela, Peter und Maggi für die vielen Tipps und Infos) ist das mit dem Strom auch so eine Sache.

Morgen geht es für mich weiter in Richtung Winton, da werde ich wohl 2 Tage bleiben und mir mal einiges ansehen, Dino-Museum z. B.

Bilder gibts neue in der Gallerie

Nachtrag: Das rumstehen beim Mäckes hat schon so seine Versuchung. Doch ich bin stark geblieben. Zurück auf dem Platz, BBQ ist heute ausgefallen, zu wenig people, macht nix, ich hab ja noch die chicken-Wurst und Toastbrot. Das ganze mit etwas 4AU$-Salat gemischt und schon schmeckts fast wie ein chicken-burger, aber eben nur fast. Wozu hat der Australier (oder warns die Schweizer?) köstliche BBQ-Sauce erfunden? Das ganze mit einem (oder 2 wenns der Geldbeutl zulässt) Tooheyes runtergespült, da hat man doch kaum noch Hunger…

 

08.12.2013:

Heute ging es von Emerald nach Winton. Das liegt schon ziemlich weit draussen und kann schon fast als Outback bezeichnet werden. Temperaturen um die 40° machen es zumindest dem Gefühl nach zu einer Wüstenralley. Camper haben hier wohl alle Namen, dann nenne ich meinen Bob, ala Bob Marley, passt ja auch vom Style her. Tages-Soll weit überschritten, ich muß mit dem Tempo was runter gehen. 250 – 300 km pro Tag sollten reichen, um wieder pünktlich in Sydney zu sein. Habe immerhin noch 3 Wochen Zeit. Der richtig anstrengende Teil kommt aber erst noch. Das Stück von Mount Isa über Camooweal, die Grenze in das Northern Teritorry und dann weiter nach Three Ways, Tennant Creek, runter nach Alice Springs. Von dort sind es ca. 450km bis zum Felsen. Das Problem sind neben den Distanzen Distanzen die wahnsinns Preise. Der Liter Sprit kostet bei Ayers Rock um die 2,20 AU$, in Sydney ca. 1 AU$ weniger. Aber ok, da muß ich jetzt durch. Von da aus sind es ca. 3000km bis zurück nach Sydney, bei 300km am Tag also ca. 10 Tage. Ich werde aber sicher noch ein paar Zwischenstops haben, so das es gut hinkommt. Im Zweifel kann ich immer noch ein paar Tage an Bondi-Beach in Sydney campen.

Ich habe mich mit Bob angefreundet und wir verstehen uns gut. Er hat mir versprochen, nicht schlapp zu machen, keine Panne zu haben und auch keinen Reifenschaden, dafür trete ich ihn nicht so. 100km/h auf dem Tacho machen ihn auch nicht so durstig und statt der genannten 14l nimmt er sich nur 10.

Die 570km heute waren schon krass. Das hier ist tiefstes Australien im Nirgendwo. 150km von Ort zu Ort und dazwischen: nichts. Nur Farmland, ein paar Rinder und hin und wieder ein Auto.

Es gibt ein paar lebenswichtige Grundregeln und einige do’s and don’ts: Grundregel Nr. 1) Immer genug Wasser zum trinken dabei haben (4-5L pro Tag pro Person). Grundregel Nr. 2) bei einer Panne beim Auto bleiben und auf Hilfe warten. Grundregel Nr.: 3) Immer genug Wasser zum trinken dabei haben. Man sollte nichthabe nicht Nachts fahren (Kängeroos), sich nicht mit den Roadtrains anlegen (die bremsen für nichts und niemand), nicht einfach in einen Fluß springen und diverses andere. Aber die 3 Grundregeln sichern das Überleben, zumindest für 2-3 Tage. Ok, ich habe nicht vor die Highways zu verlassen. Im Falle eines Falles dauert es evtl. 30 Minuten bis das nächste Fahrzeug kommt, aber Bob war in Southpoint mit 5 Pack Wasser beladen. Jetzt sind es nur noch 3, das Zeugs schiesst schneller raus als ich es reinfüllen kann. Natürlich muß ich auch alle 50km dann auf den Klo. Nervt auch, aber besser als zu dehydrieren, das geht hier ganz ganz schnell. Morgen kaufe ich 2 nach, habe ja genug Platz.

Leute, ich hab echt Respekt davor was noch kommt. Die Gegend ist so unwirklich und hat nichts mit dem zu tun was wir in irgendeiner Weise kennen.

Dafür ist die Natur so unbeschreiblich. Von der grünen Oase der Küsten bin ich quasi ins Nichts, Mondlandschaft ist es noch nicht ganz, aber dicht dran. An einem Horizont kann man die Berge sehen, am anderen nur das weite Land. Nur die Mücken nerven hier erheblich, das ist so krass, das die sogar an die Augen gehen um die Flüssigkeit zu erwischen.

Heute habe ich viele Kängaroos gesehen, leider nur eines davon Lebend, das ist ca. 100m vor mir über die Straße gehoppelt. Ansonsten sind die Highways gesäumt mit toten Tieren. 500 würde ich sagen auf meinem Abschnitt heute. Dazwischen mal ein Schaaf, eine Wildsau oder ein Emu. Die meisten werden von den Roadtrains platt gemacht, diese Riesentrucks mit bis zu 53m Länge sind schon beeindruckend. Vor allem wenn der von hinten anrauscht und überholt. Da wehts einen von der Straße wer nicht aufpasst. Gegen diese Dinger sehen unsere 40-Tonner aus wie Spielzeuglaster.

Ansonsten passiert im Augenblick nicht viel. Bilder mache ich fleissig und stelle die natürlich ein. Hier muß man sich eben das eine zum anderen denkn Smiley .

 

Ab morgen gibts dann Teil 2, sonst wird das zu lang und unübersichtlich…

3 Gedanken zu „Roadtrip durch Australien–der etwas andere Reisebericht

    • Meinst Du den Hut? Das ist ein Red Rock Hat. Hat 39$ gekostet, ist aus, natürlich, Kängaroo-Leder, wasserdicht und faltbar. Damit ist es erträglich. Mein alter Strohhut wird bei Ayers Rock beerdigt. hat mir gute Dienste geleistet..

  1. Hallo Heyko,
    irgendwo auf deiner Stre ke muss es ein Kaff geben, wo man Koalas am Strassenrand bewundern kann. Kannauch die Whitesunday Inseln empfehlen. Verfolge deine Reise mit grossem Interesse und drücke dir die Daumen, dass du gut zurecht kommst. Dein Camper sieht toll aus.
    Liebe Grüsse von Lars

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