Neuseelands Süden

P1030275In Wellington angekommen suchen wir uns für die Nacht ein billiges Hostel. Ein echtes Backpacker-Domizil, die Kiddies sind teils völlig planlos oder naiv. Naja, uns trennen ca. 20 Jahre Leben und das merkt man doch schon. Für die Nacht ist das aber absolut ok. Wir gehen für einen Absacker nach Wellington rein und dann ins Bett, denn die Fähre geht um 09:00 Uhr morgens, 1 Stunde vorher ist der Final-Check-In, und wir wollen auch nicht spitz auf knopf da aufschlagen.P1030277

Die Überfahrt ist ruhig, kein großer Seegang. P1030279Die Einfahrt ins Fjordland lässt einen staunen. Die Landschaft ist so traumhaft schön, das kann man gar nicht beschreiben und Bilder spiegeln nur im Ansatz wieder, was zu sehen ist. Unser Ziel heisst Picton, die Anlaufstelle für ALLE Südinsulaner, denn es geht nur mit der Fähre oder per Flieger. Dementsprechend sind die Preise für die Überfahrt. Wir halten uns in Picton nur mit dem nötigsten auf, kurz in die Touri-Info, einige Flyer einsammeln und dann geht es auch schon los nach Queenstown.

Queenstown ist das MEKKA der Outdoor-Fans und liegt am Lake Wakatipu, dem zweitgrößten See Neuseelands. Von hier aus geht es in viele der Great Walks. Der Norden der Südinsel hat zwar auch seine Wanderwege, aber wir wollen ja den Milford Sound erwischen wenn möglich. In Picton hat man uns in der Touri-Info zwar aller Hoffnung beraubt, aber das hält uns nicht auf. Wir nehmen die Mörderstrecke von 880km an einem Stück. P1030293So geht es erst strack südlich Richtung Christchurch, danach westlich in Richtung Mt. Cook. Dort wird Thorsten nach meiner Abreise wohl noch eine Gletschertour machen. P1030290Traumhafte Landschaft, eine Sicht wie man sie in Deutschland einfach nicht hat, so klar und weit, unglaublich. Aber wir haben es eilig, denn noch liegen ca. 350km vor uns.

Um 23.30 Uhr kommen wir dann endlich in Queenstown an. P1030319Wir hatten Mühe eine Unterkunft zu finden, vieles ist ausgebucht in der Hauptreisezeit. Wir landen schliesslich in der Lakeview Backpacker Lodge, P1030320der örtlichen Jugendherberge. Für die Nacht reicht es, denn nach 18 Stunden unterwegs will ich einfach nur ins Bett.

Frühstück gibts am See (Toast mit ner Chicken-Wurst und BBQ-Soße). Der See ist schon der Knaller, riesig, gespeisst aus den Gletschern, kristall-blaues Wasser, im Durschnitt 310m tief und etwa 12° kalt, schwimmen nur was für Enthusiasten. Wir haben viel vor heute, denn zum einen wollen wir uns über die örtlichen Aktivitäten erkundigen, dann brauchen wir eine neue Bleibe und zu guter Letzt was zu essen.

Wir stürmen die Touri-Info, fragen nach Lord of the Rings, Gletschern, Bergtouren und ja, dem Milford Sound. Man lächelt uns an und verweisst auf das DoC (Department of Conservative), welches die Voucher für die Hütten vergibt. Der Walk ist auf Wochen ausgebucht heisst es. Leicht enttäuscht wackeln wir also dahin, Thorsten gibt sich aber noch optimistisch. Im DoC werden wir ebenfalls abgewatscht, nix frei, ein Platz am 16.01. der nächste am 26.01. Da bin ich aber schon in Südamerika und für Thorsten reicht das auch nicht mehr. Ok, es gibt noch den Routeburn Walk, der wäre super, Keppler Walk und diverse andere. Wir lassen uns einiges ausdrucken und setzen uns in ein Café zum brainstorming, ich brauche mal was Süsses zum nachdenken. Leider passt es alles vorne und hinten nicht, es scheitert oft an den Zeiten, denn ich habe nur begrenzt Zeit. Vor lauter Verzweiflung suche ich mir eine Laundry, mache Wäsche (war eh fällig) und studiere das Infomaterial. P1030356

Noch während ich die Maschine belade, kommt Thorsten mit einem Lächeln zur Tür ein: Es gibt für den 18.01. noch 2 Plätze. Der Knaller ist einfach nochmal hingelatscht und hat die Mieze vom Schalter ausgequetscht. Wo die freien Plätze auf einmal herkommen, keine Ahnung, jedenfall heisst es sofort zuschlagen oder weg. Ich also die Klamotten wieder raus aus der Maschine und ab zum DoC. Sind immer noch frei und es wird sofort gebucht. Die ganzen Details mit Bus, Boot und Transport lasse ich weg. Das wäre zu lang und interessiert auch niemand. Wie cool ist das eigentlich? Wir laufen den Milford Sound ohne Vorabbuchung und auf eigene Faust, also ohne Guide. Das Hauptproblem sind die Unterkünfte, diese können nämlich nur begrenzt (40) Walker aufnehmen. Und bei dem was in Queenstown los ist, wundert es schon.

Der´Tag kann nicht besser werden, aber Wäsche mache ich trotzdem Smiley . Danach geht es ins eingemachte. Wir überlegen uns das Programm für die nächsten 3 Tage, denn ich möchte die Lord of the Rings-Tour noch machen. Es ist auch einiges zu organisieren, denn es gibt in den Great Walks keine Verpflegung, das muß alles mitgebracht werden. Ebenso ist der Einstieg in den Milford Sound in Te Aneau, besser in Te Aneau Down, das ist 350km von Queenstown entfernt. Wir beschliessen also, für Mittwoch, den 15.01. den Ben Lomond-Track zu laufen, das bedeutet 1.700Höhenmeter auf 11km Weg, ca. 8 Stunden für die gesamte Tour. Ich hab mal ja gesagt, aber wir werden sehen Trauriges Smiley .

Wir stürmen das Queenstown Accomodation Center, brauchen Unterkünfte für die nächsten 4 Tage und vom 21.01 auf den 22.01. Die herzallerliebst Vanessa vom Center ist sehr sehr nett, geduldig und flexibel. So können wir arbeiten. Ergebnis: Wir haben für die nächsten 3 Nächte eine Bude in Queenstown, so bleibt der Stress mit der täglichen Suche erspart. Am 17.01. fahren wir nachmittags nach Te Aneau, dort haben wir ebenfalls eine Unterkunft gebucht. Spart uns für den 18.01. die 350km-Fahrt und wir können entspannt in den Walk einsteigen. Nach dem Mildford Sound haben wir für den 21.01. auf den 22.01 wieder eine Unterkunft in Queenstown reserviert. Das nimmt uns den Stress mit den 350km von Te Aneau und dann hier was suchen, denn wir können auch später einchecken.

Am 22.01. trennen sich dann unsere Wege bereits wieder und ich mache mich per Flieger auf nach Auckland. Ja Flieger, denn das ist um Lägen günstiger als ein Busticket. Mit Jetstar kostet das ganze 129 NZ$ (ca. 78,00 €). Eine direkte Busverbindung Queenstown-Auckland gibt es nicht, denn ich muß ja auch mit der Fähre rüber (das alleine kostet schon 73NZ$). Nebenbei brauche ich für die ca. 2.000km auch nur 1,5 Stunden statt 2 Tage. Passt alles wie Faust auf Eimer, denn anders hätte es mit dem Milford nicht geklappt. So mag ich das.

Neuseeland_Queenstown_Ben-Lomond-Walk_001Heute, am 15.01. haben wir dann den Ben Lomond-Track abgerissen. Ich wollte es eigentlich bis zum Gipfel schaffen, doch die letzten 150Höhenmeter waren mir einfach zu viel. Denn es gilt ja nicht nur rauf, runter muß man auch wieder und das unterschätzt man gerne. 7:45 Uhr sind wir am Einstieg, ca. 8 Stunden werden wir brauchen. Der Weg ist schon anspruchsvoll, zwar keine Klettereinlagen, doch steil und mit vielen Stufen bereits nach den ersten Metern. Nach ca. 4 Stunden Aufstieg ist bei 1.600m ist dann für mich Schluß. Neuseeland_Queenstown_Ben-Lomond-Walk_002Während Thorsten den Berg erklimmt, geniesse ich diese traumhafte Aussicht und die Ruhe, welche mich umgibt. Es ist ausser dem Rauschen des Windes nichts zu hören. Wahnsinn, das man Ruhe doch hören kann. Das hatten wir in La Reunion auf dem Crater Commerson auch schon mal gehabt und ich fühlte mich in diese Zeit zurück versetzt. Es wird voller auf dem Trail und wir sind froh, so früh gestartet zu sein. Neuseeland_Queenstown_Ben-Lomond-Walk_004Mal wieder alles richtig gemacht.

Morgen ist Organisations-Tag, denn wir brauchen Vorräte, evtl. Ausrüstung ergänzen und diverses andere. Wollte auch noch was geocachen hier in Queenstown. Für den Freitag habe ich mir die Lord-of-the-Rings-Tour gebucht. Mit dem Jeep geht es um 08:15 Uhr an die Original-Schauplätze der Trilogie. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, denn vieles wir selbst der größte Fan (der ich nicht bin) ohne Hilfe des Guide kaum wiedererkennen, aber ich möchte Lothlorien, Isengard,  und weitere trotzdem einen Besuch abstatten. Mittags fahren wir dann ,wie gesagt, nach Te Anau und am nächsten Tag gehts los: auf zum Great Walk, Milford Sound, ich komme.

Neuseeland_Queenstown_Lord-of-the-Rings_004Die Tour zu den Drehorten war ganz interessant, natürlich braucht es schon eine gewisse Vorstellungskraft, um den Film in das Original zu übertragen, erst recht wenn schon 10 Jahre vergangen sind. Ich habe deshalb mal Original und Film neben einander gestellt. Vieles, vieles ist auch digital eingebaut, verändert oder passend gemacht worden. Was das alles im Detail ist, konnte ich mir nicht merken, aber an Hand des Guide-Buches und der Location vor Ort erkennt man, dass eigentlich fast alles getrickst ist Smiley .

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