one night in Jakarta – mit Metallica

nach dem Besuch von Gedong Songo in Bandungan bringt uns der Bus nach Semarang. Da die Busterminals für gewöhnlich weit ausserhalb von Städten sind, hilft uns ein gut englisch sprechender Indonese dabei, rechtzeitig auszusteigen und den nächsten Stadtbus zum Zugterminal zu erwischen. Ich bin seit dem Zwischenfall leider sofort misstrauisch, wenn Einheimische so völlig ungefragt auf uns zukommen, gehe etwas auf Distanz und habe die Hand in der Tasche, eigentlich schade. Wird sich wieder legen ohne erneut leichtsinnig zu werden….

Tatsächlich erreichen wir das Zugterminal in Semarang, es ist 10.00 Uhr morgens und die Sonne brennt schon wieder erbarmungslos. Der Tag wird lang, denn unser Zug fährt erst um 20.00 Uhr abends. Das vorgebuchte Voucher lösen wir schon mal gegen das richtige Ticket am Schalter und stellen dabei fest: Falsches Terminal. Es gibt 2 (oder mehr) in Semarang, das richtige ist ca. 2-3km entfernt. Mit vollem Gepäck zu weit zum laufen (und zu heiss), nehmen wir ein bejac und pflanzen uns dort in die klimatisierte Ticketstation auf das Sofa. Hier gehen wir vorerst nicht mehr weg, peng. Erst später stellen wir fest: ist die VIP- und Exekutif-Lounge, wir reisen aber Economi…Verlegenes Smiley

Die Zugfahrt verläuft ohne Probleme, dafür auch ohne Schlaf. Die Bänke sind schmal, der Sitzabstand wie üblich auf kleine Asiaten ausgelegt, nächstes mal probieren für für solche Strecken doch Executif. Um 5.00 Uhr morgens werden wir in Jakarta aus dem Zug geworfen. Es ist heiss, stickig und brutal schwül. Wir haben eine Adresse für eine Unterkunft bekommen und versuchen uns ein Taxi zu schnappen. Gar nicht so einfach um diese Zeit morgens. Nach längerer rumeimerei dann doch endlich eines der Blue-Birds aufgerissen, Adresse gezeigt und los gehts. Weder wir noch der Fahrer findet auf anhieb die Hausnummer, also aussteigen und nochmal in Ruhe suchen. Vergeblich, keine Chance in dem Chaos von Gassen, Sträßchen und Häusern, Seiten- und Nebengängen das zu finden was wir suchen. Wir geben auf und suchen Frühstück: bei Burger-King.

Die Suche nach einer Unterkunft erweist sich schwieriger als gedacht. Wir stecken mitten in Jakarta-Zentrum, Hotels gibt es zu genüge, doch die können wir uns nicht leisten. Die folgende Stadtrundfahrt mit dem Bus war auch ein Reinfall. Die bisherige Strategie: durchfragen, laufen durchfragen, laufen floppt. Ich kürz mal ab: Haben irgendwann eine Bleibe für gerade noch erschwingliche Preise gefunden, sogar in der Nähe vom Gelora Bung Karno Stadion, den heute ist: METALLICA-Konzert, year. Das Tulip-Hotel ist einfach, aber ok. Ohrpömpel rein und pennen, denn wir sind einfach nur groggy.

Es wird ernst. Um 16.00 Uhr machen wir uns in Richtung Stadion auf, auch hier gilt es das Voucher gegen Tickets zu tauschen. Nachdem diese Hürde genommen ist, wird der richtige Eingang gesucht, denn das Station ist groß. Echte Fans stehen natürlich im Innenraum.… Schon der Einlass ist eine Herausforderung. Sonne zwar fast weg, aber immer noch über 30°, mit hunderten anderem am Tor, da wirds schon schön warm. Natürlich P1010501ist es verboten, auch nur irgendwas mit rein zu nehmen. Das verstehen viele nicht oder versuchen es einfach. Die Taschen- und Körperkontrolle ist der Hit. Jedes erbeutete Teil wird von der Security unter gröhlendem Gelächter und Beifall in die wartende Menge geworfen. Da fliegen Softbrote, Chips-Tüten und einmal sogar ein ganzes Riesen-Hotdog (natürlich in Verpackung Smiley mit geöffnetem Mund ) . Da sind wir als einzige Weisse (geschätzt noch keine 50 Weisse auf dem gesamten Konzert) in der Menge mal nicht die Hauptattraktion.

19,00 Uhr beginnt die Vorband, ich vermute irgendwas lokales, denn englisch singen die nicht, wahrscheinlich indonesisch oder so.

Dann um 20.30 Uhr (1/2 Stunde Verspätung) beginnt das Spektakel. James Hetfield, Lars Ulrich Kirk Hammett und Robert Trujillo stürmen auf die Bühne. Das Konzert ist lange nicht ausverkauft, wir stehen so um die 20m von der Bühne ziemlich mittig. Und ja, das ist sooo coool, hier sind meine 1,87m endlich mal von Vorteil. Ich habe quasi völlig freie Sicht auf die Bühne, über alle Köpfe hinweg. P1010504Vereinzelt ist mal einer so um die 1,80m, aber das passt schon. Die Indonesen direkt hinter mir nehmens gelassen, deren Sicht ist quasi null Smiley mit geöffnetem Mund .

Es rockt, fetzt, heavy metalt. Was soll ich sagen… einfach nur geil. Super, ach was, wahnsinns Konzert. Angefangen mit 2 – 3 alten Stücken aus den ersten Platten “Master of Puppets” und “Kill ‘em all” kommen Stücke aus “justice for all” “load” “reload” und “dem schwarzen Album”. Stücke wie “Fuel”, “Ride the lightning”, “Sanataria”, “One”, “seek and destroy” etc. rufen alte Erinnerungen wach. Die Meute tobt, es ist für indonesische Verhältnisse ziemlich offen und aus sich heraus gehend. Die Band heizt fast 2 Stunden ohne nennenswerte Pause auf die Massen ein (Respekt für Kerle auf die 50 zugehend, da kann sich so manch einer was von der Kondition abschauen) und die letzten beiden Songs “nothing else matters” (einer der unangefochtenen Top-Ten meiner persönlichen best-of heavy-metal-Songs) sowie “enter sandman” bilden den Schluss-Gig. P1010505Ich bin komplett durchgeschwitzt, P1010507das T-Shirt klebt auf der Haut, dafür sorgen neben Metallica immer noch 28°, grob geschätzt 30.000 Leute und keine Briese. Als Zugabe gibt es “creeping death”, danach muß ich aufgeben und schiebe mich durch die Menge Richtung Ausgang. Doro ist schon was früher raus aus der Masse, wir haben aber vorher 2 feste Treffpunkte ausgemacht, so dass Wiederfinden kein Problem ist. Auf dem Heimweg noch schnell Mie Goreng verputzt, ein Bintang gegönnt und dann ab in die Heia. Denn wir müssen am nächsten Morgen um 08.00 Uhr auschecken, wollen wir nicht noch einen ganzen Tag das Zimmer bezahlen.

Neben dem Konzert steht die deutsche Botschaft auf der to-do-Liste. Doros Impfpass wurde uns dort hin nachgeschickt und ich brauche beglaubigte Papiere für einen neuen Führerschein. Das Procedere nimmt quasi den ganzen Vormittag ein, aber wir haben irgendwann alles zusammen. In einem First-Class-Hotel laufe ich leicht angeschwitzt mit kurzen Hosen und Wanderschuhen in das Business-Center, um die Dokumente scannen zu lassen um die verschicken zu können. Auch das läuft gut und ich bekomme positive Rückmeldung. Mein persönlicher Dank an dieser Stelle gilt Frau Metzker von der Führerscheinstelle und meinem alten Freund Macky, dem ich leider mit einer Sonderaufgabe seine kostbare, knappe Zeit stehlen muß (ich machs wieder gut, versprochen!!!).

Zwischenzeitlich hat Doro uns eine Zugverbindung organisiert. Wir verlassen Jakarta noch am gleichen Nachmittag, ohne uns was angeschaut zu haben. Dafür ist die Stadt zu groß, zu hektisch, wir wollen so schnell wie möglich wieder da raus.

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