Indonesien – eine neue Welt

Nach der Abreise aus Réunion haben wir ja per Flieger über Mauritius einen stopover in Johannesburg gehabt. Am nächsten Morgen ging es dann von dort über Hong-Kong weiter nach Denpasar, Bali und dann nach Sanur. Die reine Flugzeit waren ca. 17 Stunden, inkl. Zwischenstop und Transferzeit in Hong-Kong sind wir auf etwa 21 Stunden Reisezeit gekommen. An Schlaf war im Flieger leider nicht zu denken. Schon beim Warten im Terminal in Hong-Kong um 07.00 Uhr Ortszeit haben wir die Augen kaum aufhalten können. In Johannesburg haben wir das Gepäck zum durch-checken aufgeben. So können wir in Hong-Kong durch den Transitbereich und müssen nicht durch den Zoll. Hoffentlich gehts gut, denn der Weiterflug wird mit einer Ersatzmaschine vorgenommen (bin ja froh, das der Defekt noch am Boden bemerkt wurde Smiley ). Dann nochmal 4 Stunden Flug.  Landung um 15.00 Uhr in Denpasar. Alles pünktlich. War es bisher sehr angenehmes Klima (Tags warm und sonnig, abends kühl) ist es hier in Indonesien als bekommt man einen feuchtwarmen Waschlappen mitten ins Gesicht geklatscht. Ca. 3 Sekunden im unklimatisierten Bereich des Flughafens und wir fangen an zu ölen was das Zeug hält. Aber kein rumnölen, war ja nicht ganz unbekannt….

Die Schlangen beim Zoll sind die Hölle. Zum Glück haben wir unser 60-Tage-Visa schon vorab besorgt. Wir brauchen uns also nicht am Touri-Schalter anstellen, sondern können direkt zur vereinfachten Einreise durchgehen. Doch denkste. 5 Leute vor uns, fast alle mit unvollständig ausgefüllten Papieren, das sorgt für elende Wartezeiten, bei ca. 28° und gefühlten 10.000% Luftfeuchte. Nach ca. 1 Stunde haben wir endlich alles hinter uns, die Rucksäcke im Schlepp und sind auf dem Weg zum Ausgang.

Unsere Vermieterin, Cia, steht bereit und ist sichtlich fertig ob der Hitze. Die kleine Finnin, um die 60 würde ich sagen, bringt uns gleich zum Fahrer und wir düsen durch den Verkehr zur Unterkunft. Nach 2 Tagen endlich eine Waschgelegenheit. Doch so schlimm ist es gar nicht, was Dusche aus der Dose doch alles ausmachen kann Zwinkerndes Smiley .

Wir haben unseren eigenen kleinen Bereich, Bett, Küche, Waschraum und Dusche und können wenn wir wollen Tür zumachen und haben unsere Ruhe. Wollen wir aber nicht, denn es gilt den Jetlag zu bekämpfen und bis abends durchzuhalten. Cia macht mit uns quasi eine Express-Führung zu den wichtigen Punkten in Sanur. Strand, Hauptstraße, Tipps wo man günstig und gut essen und trinken kann, und und und. Die Infos reichen locker für eine Horde Touris, wir sind aber kaum in der Lage auch nur einen Satz aufzunehmen. Es gibt noch ein Abendessen und um 21.00 Uhr Ortszeit sind wir reif fürs Bett. Schlappe 12 Stunden Schlaf gönnen wir uns.

Crematory_1Crematory_2Crematory_3Am nächsten Tag sind wir mit Cia für 11.00 Uhr auf eine Beerdigung eigeladen. Nun ja, nicht wirklich eingeladen, aber es finden in Indonesien öffentliche Verbrennungen von Toten statt. Wir können als stille Zaungäste zuschauen. Traditionell ist für Frauen und Männer Sarong angesagt. Wir haben (noch) keinen und halten uns deswegen etwas im Hintergrund. Lange Hosen habe ich mir verpasst, um zumindest etwas die Kleiderordnung zu waren. Das sehen die meisten anderen Touris nicht so eng. Da wird sich mal eben in Strandkleidung mitten rein gestellt, geknipst und gefilmt was das Zeug hält. Ob die alle zu Hause so auch zu einer Beerdigung gehen Verwirrtes Smiley ?

Danach machen wir uns auf zu einem ersten Rundgang. Am Strand entlang Richtung Norden. Heute ist Flut angesagt, heisst, es ist auch mal Wasser im Tümpel.

Mit das beste an diesem Tag, das Essen. Endlich warme Mahlzeiten, und das auch noch asiatisch, und bezahlbar. Nach Réunion kommt es hier einem vor, als ob man die Kohle nicht unters Volk bringen kann. Vieles ist so unglaublich günstig, ein komplettes Abendessen (2 Bintang (Bier), 2 Cap Cay (Hühnchen mit Reis und Gemüse mit Reis) z. B. kommt auf 60.000 Rupiah, ca. 4,30€. Das Umrechnen ist etwas ungewohnt, aber nach ein paar Ausgaben im Supermarkt, Warungs und einem kalten Bier gehts.

Bali_StrandDen Dienstag haben wir mehr oder weniger mit Jetlag-Bekämpfung verbracht, da war bummeln in der Einkaufsmeile angesagt, Preise vergleichen, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, was dies und das kostet. Denn auf dem Straßenmarkt ist Handeln oberstes Gebot. Wer zum Ladenpreis kauft, selbst schuld. Es geht nicht darum, die Preise auf biegen und brechen zu drücken, aber feilschen gehört hier dazu. Immer ein Lächeln auf den Lippen und niemals böse oder laut werden, dafür bestimmt und nachhaltig seine Position vertreten, trifft man sich irgendwo in der Mitte. So ist das Geschäft…

Den folgenden Mittwoch haben wir uns Kilometergeld verdient. Erst unsere Vermiterin ausgequetscht, dann Schlachtplan gemacht. Zum einen (man glaubt es kaum) ist die Weiterfahrt zu organisieren, zum anderen einen Ausflug. Die verschiedenen Anlaufstellen liegen weit verstreut in der Stadt und Cia gibt uns Tipps, wo es was recht günstig gibt. Also laufen, laufen, laufen. Hätten auch Bemo fahren können (kleine Minibusse zum aufspringen und raushüpfen für 4.000 Rupiah p.P.), das Geld haben wir uns gespart. Nach Ubud kommen wir mangels Auto doch tatsächlich mit dem Bus. Der Ticketschalter ist in einem Warung (kleiner Laden) versteckt. Davor tummeln sich die Taxi- und Shuttlebus-Fahrer. Auch hier gehts (fast) nicht ohne handeln. Da wir die Angebote dankend ablehnen müssen, kaufen wir schliesslich für den Samstag 2 Bustickets für 80.000 Rupiah Fixpreis.

Mit eines der interessantesten Dinge hier ist der tägliche Nachtmarkt ca. 1,5km nördlich unserer Unterkunft. Da derzeit Ramadan ist, darf ja nur nach Sonnenuntergang gegessen werden. Die kleinen Straßenimbisse sind umzingelt von Hungrigen und die vielen unbekannten Speisen locken. Es wird probiert was das Zeug hält, denn oftmals kann man sich neben dem typischen Reis oder Nudeln die Zugaben wie Hühnchen, Fisch, Fleisch oder Gemüse in unzähliger Form und Zubereitung selbst dazu auswählen. Es reicht und duftet allseits köstlich, seltsam und auch hin und wieder streng. Wer mal asiatische Fischsauce zum kochen benutzt hat, weis was ich damit meine.

Fisch-SpaUns bleiben noch 2 Tage in Sanur, bevor wir nach Ubud aufbrechen. Für Freitag haben wir einen Ausflug ins Landesinnere klar gemacht und Samstag heisst es Abreise. Daher war ausnahmsweise mal etwas shopping angesagt. 2 Sarongs inkl. Scherpe (werden für Tempel benötigt) sowie Kleinigkeiten und Doro hat sich eine Fischknabberitis gegönnt.

Die Fahrt mit dem Perama-Bus verlief ohne große Zwischenfälle. Klimaanlage bedeutet aber auch hier: Fenster auf – warme Luft raus – warme rußige Luft rein. Die ca. 1 1/2 Stunden backen einen aber schon gut durch. In Ubud angekommen machen wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft, vorgebucht haben wir keine. Den Reiseführer in der Hand schlendern in die entsprechende Richtung. Und es wird uns klar, hier läuft was falsch. Was genau das ist, erkennen wir erst kurze Zeit später. Die Unterkuft, das Puri Asri 2 in Ubud ist sauber und ordentlich, für 200.000 Rupiah (ca. 14,50€) auch nicht zu teuer. Das ein Frühstück inkl. ist, erfahren wir erstaunt später. Auspacken, kurz die Hitze entweichen lassen und dann brainstorming, was machen wir in Ubud. Und da ist es wieder, dieses seltsame Gefühl. Es ist der Lonely Planet, der offen auf dem Tisch liegt. Das Ding verleitet einen trotz nur gelegentlichem Reinschauen dazu, drin zu blättern, was kann man sehen, was wird wo und wie empfohlen…. Das Ding muß weg, und wurde kurzerhand im örtlichen Buchladen verkauft. Drauf achtend stellt man fest, unmengen von den Dingern im Umlauf sind, nicht gerade jeder zweite, aber in kurzer Zeit konnten 5 (in Worten FÜNF Smiley ) Exemplare in Händen der Touris gesichtet werden.

Es sollte wohl so sein, denn zufällig haben wir beim Stadtrundgang versucht, dem extremen Gewusel zu entkommen und sind links, rechts, vor, hoch irgendwann in den Reisplantagen gelandet. Dort haben wir einen Reisbauern getroffen, der uns eine junge Kokosnuss verkauft hat. Meine erste übrigens, schmeckt wieder erwarten gar nicht soooooo nach Kokos. Mit diesem sind wir lange ins Gespräch gekommen und haben jetzt vermutlich die absoluten Insider-Tipps von Bali in unserem kleinen Notizbuch. Auch sonst werden wir noch ein paar Dinge mehr feinjustieren müssen. Den Ketcac-Dance Samstag abend haben wir ausgelassen, denn zu touristisch war uns der Barong-Tanz am Freitag. Neben Unsummen an Eintritt werden viele Elemente an die westliche Welt angepasst, was den traditionellen Ursprung verwässert. Aber die Leute wollen Action, Lacher und Comedy. Und das bekommen sie geboten.

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