von Malaysia nach Thailand – über Hat Yai nach Trang

George Town sollte unsere letzte Malaysia-Station sein. Vor dort aus haben wir uns ein einem Tour-Büro ein Mini-Van-Ticket nach Hat Yai gebucht. Auswärtiges Amt, sämtliche Reiseführer und diverse Infoseiten raten auf Grund der angespannten Situation im Süden Thailands von einem Besuch ab. Die Provinzen Yala, Pattani, Narathiwat und Songkhla sollte man auf jeden Fall meiden. Das geht nur schlecht, denn Hat Yai ist ein zentraler Punkt und quasi die wichtigste Reise-Achse im Süden.

Wie beschliessen also direkt von dort aus nach Trang zu fahren. Eine gute Wahl. Die Einreise nach Thailand ist wegen bereits vorliegendem Visa eine Formalität. Auch der “double-entry” wurde eingetragen.

In Hat Yai bleiben wir direkt am Busterminal und kaufen die Trang-Tickets. 2 Stunden später schlagen wir dort auf und suchen uns eine Unterkunft. Das Kohteng Hotel sollte unsere erste Bleibe in Thailand werden.

Noch von muslimischen Eindrücken geprägt merkt man aber schnell, wo man ist. Vegetarier-FestBuddhistische Tempel an jeder Ecke und die bunten Farben sind für Thailand ja typisch. Und noch eines wird sofort klar. Hier haben wir kaum Chancen, irgend was zu lesen oder zu verstehen. Die thailändische Lautschrift ist für uns unmöglich zu entziffern. Das wird spannend. Nettes CafeEnglisch ist nicht wahnsinnig verbreitet, heisst also so weit als möglich Thai-Brocken lernen.

Der Süden hat “leider” bis auf traumhafte Inseln und Strände nur wenig anderes zu bieten. Orte wie Ko Lanta, Ko Mook, Ko Hai sind Begriffe, die jeden Urlauber ins schwärmen bringen können. Wir buchen uns für den übernächsten Tag eine 4-Island-Tour. Abends gehen wir auf dem Nachtmarkt essen, es gibt die unterschiedlichsten Gerichte, es duftet nach Kokosmilch, Chili und Gewürzen. Manchen sieht aus wie Darmzotten und ist auch dementsprechend glibbrig. Das lassen wir mal aus…. Wir kaufen uns ein buntes Sammelsurium von Speisen und Obst zusammen, gegessen wird etwas abseits des Gewusels an einem Brunnen.

Der BrunnenHier lernen wir auch direkt die Schattenseite von Thailand kennen. Als wir gerade mit dem Essen fertig sind, kommt es direkt an der Kreuzung vor uns zu einer Schlägerei zwischen Jugendlichen, 3 Jungs und ein Mädchen prügeln wild auf sich ein. Mal schön raushalten heisst die Devise, denn um was auch immer es geht, hat uns nicht zu interessieren. Das ist kein Mangel an Zivilcourage, sondern einfach und allein Selbstschutz. Das ganze eskaliert dann nämlich so weit, dass die Schlägerei in eine Stecherei mit mindestens 2 (Schwer)-Verletzen ausartet. 2 Typen hauen auf einem Moped ab, einer kann sich kaum drauf halten und blutet stark aus der Schulter. Der andere und das Mädel liegen auf der Straße, sie versucht ihn (wohl ihr Freund) aufzuhelfen, doch das geht nicht. Nach und nach kommen immer mehr Jugendliche/Teens an die Szenerie und keiner weiss was zu tun ist. Also wuchtet man den Verletzen mal eben auf ein Moped und will, tja, wohin mit ihm, ins Krankenhaus, nach Hause? Keine Ahnung. Der kann sich alleine nicht auf dem Moped halten und das Trio kippt samt Moped um.Abendessen-Reste

Das war der Zeitpunkt, wo wir uns entschlossen haben zu helfen. Kein einziges Wort Thai, die Jungs kein oder maximal 2 Worte Englisch. Also alles mit Zeichensprache. Erst mal flach auf den Boden legen den Kamerad, das sieht eher aus als wenn man eine Schweinehälfte durch die Gegend zieht. Dabei sehe ich die ca. 10cm lange und sehr tiefe Schnittwunde rechts in der Brust. Also Füße hoch, das verstehen die aber nicht, ich schnappe mir 2 der Rumstehenden und drücke jedem ein Bein in die Hand. Jacke unter den Kopf, dann dem Mädel versucht zu erklären das bereits völlig blutverschmierte T-Shirt auf die Wunde zu drücken. Der Unterschied zwischen pumpen und drücken ist ihr nicht ganz klar. Also versucht, alle zu beruhigen, inkl. mir. Unnötig zu erwähnen, das die Frage nach einem Verbandskasten erfolglos war. Inzwischen ist Polizei eingetroffen, aber ausser Straße sichern und mal gugn ob der Typ noch zuckt, wird nichts weiter unternommen. Da keiner die Frage noch einem Notarzt versteht, hoffe ich das zumindest die Polizisten das veranlasst haben. Das Mädel kreischt und pumpt, die beiden Beinhalter zittern und schütteln die Beine…. besser als nichts, es versteht mich sowieso keiner. Der Kreislauf arbeitet noch, atmen kann er auch, gibt auch gelegentlich einen Ton von sich, er scheint es zu schaffen wenn er den mal ins Krankenhaus kommt.

Erleichtert nehme ich nach ca. 5 Minuten die heranrasenden Sirenen war, 2 Rettungswagen schlagen auf und die Sanitäter stürzen raus. Genau der richtige Zeitpunkt, um sich nach einem letzten Blick auf den Typ zu verdrücken. Erst jetzt sehe ich die ca. 50 Gaffer und Schaulustigen mit Smartphones im Anschlag , mal schön alles filmen und dann Youtube und/oder Facebook füttern. Ich könnte kotzen, geholfen hat natürlich keiner…

Doro hatte ich gebeten im Hintergrund zu bleiben, keine Ahnung was da noch hätte passieren können.

Das muß ich erst mal verarbeiten und anders als in Indonesien oder Malaysia gibt es Bier an jeder Ecke und Bar. Wir gönnen uns jeder ein großen Singha-Bier um runter zu kommen. Keine Ahnung ob es um Drogen, Glücksspiel, Gangmitglieder, Revierkämpfe oder einfach nur zu viel Testosteron ging, war uns aber auch egal.

Thailand_Trang_012Kohteng-HotelSzenenwechsel: Die 4-Island-Tour beginnt morgens um 8.30 Uhr., Mit dem Minivan geht es von Trang aus an die Küste und dort auf ein Boot. Angeblich spricht der Guide english Zwinkerndes Smiley, klar, good morning, hello, little bit, snorkeling, emerald cave und lunch… Ende. Die Sicherheitseinweisung für die Höhle ist in, man glaubt es kaum, Thai Smiley . Zum Glück übersetzt uns ein junges Geschwisterpaar, die so weit englisch sprechen, das wir uns verständigen können.

Der Eingang zu Höhle ist nur wenige Meter breit und ca. 1 m hoch. Mit Schwimmwesten bewaffnet (viele Asiaten können nicht schwimmen) geht es wie an einer Perlenschnur aufgereiht durch den 80m langen Tunnel zur Lagune rein. Man hält sich an der Schwimmweste des Vordermannes fest und die Guides ziehen und schieben den Trupp durch den Tunnel. Wellengang mitten im südchinesischen Meer ca. 50cm , das ist nicht wenig. Leider verabschiedet sich in diesem Moment unsere angeblich wasserdichte Kamera…. abgesoffen, das Display ist jetzt ein Aquarium. Daher gibt es keine Bilder den Rest des Tages. Nach der Emerald Cave Es geht weiter zu einer kleinen Insel, Strandfeeling geniessen, dann Lunch und weiter zum Schnorchelpoint eins und zwei. Gegen 16.00 Uhr Rückfahrt und um 18.00 Uhr sind wir wieder im Hotel. Super Tag, grandiose Eindrücke und bis auf die Kamera keine weiteren Verluste.

Thai-DragonAm nächsten Tag mieten wir uns ein Moped und fahren zur Tamlae Khaokob-Grotte. Der Tripp dahin sollte 800 Baht kosten, das Moped kostet nur 250 Baht. DIe Höhle liegt tief im Berg und ist nur per Kanu zu erreichen. Der Wasserstand teils so hoch, das man sich flach auf den Rücken legen muß. Der Fels schrabbt dabei manchmal nur 2-3 cm über meinem Kopf hinweg und gelegentlich muß ich diesen zur Seite drehen um nicht anzuecken. Das innere der Höhle ist nur mäßig spektakulär, Tropfsteinhöhle eben, aber die Fahrt rein und raus haben es in sich. Kein Platz und zu gefährlich, auch nur die Hand auszustrecken um ein Foto zu machen, kein Witz….

wo gehts lang?Wir müssen uns für die Rückfahrt etwas beeilen, denn um 14:45 Uhr geht unser Shuttle in Richtung Ko Lanta, die nächste Station auf unserer Thailand-Tour. Der Süden hat nun mal nicht viel ausser den Inseln und so gilt es sich von unten nach oben durchzuinseln. Es wäre möglich, vom Süden bis fast in den Norden zu kommen, ohne einmal das Festland zu betreten und alles per Fähre zu machen. Das wird aber später entschieden. Die Unterkunft haben wir uns von unserem Tour-Anbieter reservieren lassen, 400 Baht pro Nach (ca. 9,40) in einer Bamboo-Hütte. Wir werden sehen was uns erwartet…..

 

Vegetarier-Fest

Ein Gedanke zu „von Malaysia nach Thailand – über Hat Yai nach Trang

  1. Hallo Heyko! Bin ich froh, dass ihr euch bei dem Streit rausgehalten habt. Unvorstellbar, was euch hätte da passieren können. Passt auf euch auf!! LG Konni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*