Falsche 50er in Peru

Wir verlassen Iquique gegen Mittag im Transfer Aeropuerto, einem Sammeltaxi das uns zum Flughafen außerhalb der Stadt bringt. Das Flughafengelände liegt irgendwo im Nirgendwo, umgeben von Wüstenlandschaft zwischen Meer und Bergen. Trotzdem ist alles so modern wie man es von zuhause kennt, nur auf kleinstem Raum. Die Flugzeuge sind auch vertrauenserweckend, Gott sei Dank! Und so landen wir wohlbehalten und nur eine halbe Stunde später in Arica, an der chilenisch-peruanischen Grenze. Dieser Flughafen ist noch winziger. Wir setzen uns erst mal, um einen Kaffee zu trinken, als uns Mengen von Taxi- und Collectivo-Fahrern bedrängen. Das war bisher eine super Taktik, um sich zu orientieren und etwas Zeit zu gewinnen. Doch diesmal geht der Plan nicht auf… die Kaffeetassen sind kaum ausgetrunken, da ist auch schon der Flughafen menschenleer. Die Collectivos, preiswertere Sammeltaxis, sind weg, genau wie alle anderen Passagiere. Der nächste Flieger landet erst in 7 Stunden…. Sind wir jetzt hier gestrandet? Wir überlegen schon ob wir in die Stadt trampen sollen, doch dann taucht der letzte aller Taxifahrer auf…. Wir haben nicht mehr genug Geld um die Fahrt zu bezahlen, aber er nimmt uns mit für das was wir noch in der Tasche haben, Schwein gehabtZwinkerndes Smiley

Die Grenze passieren wir ohne größere Probleme, auch wenn ich meinen aus Gras gebastelten Vogel aus Santiago auspacken und leider auch alles Obst abgeben muss, schnief. Dann steigen wir am Busterminal von Tacna aus und sind jetzt offiziell in Peru angekommen. Da wir morgen früh schon weiter wollen, suchen wir uns ein Hostal in der Nähe und finden auch in 5 Minuten eins. Die Innenstadt wollen wir uns gar nicht mehr angucken, denn wir sind seit dem Frühstück auf den Beinen, heißt müde und hungrig. Der Inhaber vom Hostal Suramericana empfiehlt uns den Hot-Dog-Stand direkt an der Ecke. Seit Asien ist das der erste Straßenstand den wir besuchen, schön dass es das hier wieder gibt. Wir sitzen mit 5-7 Peruanern auf einer einfachen Holzbank und warten bis unsere Hühnchen- und Hamburger an der Reihe sind. Dabei sieht man gleich dass der Chef hier weiß was er tut, auf zwei voll gestellten Regalbrettern über dem Kochfeld ist alles in Reichweite und er zaubert was das Zeug hält.

P1020838Unter der Kundschaft wird angeregt ein 50-Soles-Schein herumgereicht und diskutiert ob der echt oder eine Fälschung ist. Nachdem wir unsere leckeren Burger verputzt haben, die uns der Chef individuell mit verschiedenen Soßen aufgepeppt hat, geht es ans bezahlen. Wir fragen gleich mal woran wir denn erkennen, welche Scheine in Ordnung sind und welche nicht. Weil Falschgeld hier ein großes Thema ist, sind direkt alle begeistert am Erklären. Es gibt ein vier Schritte Programm, um die Scheine zu testen. Erstens: auf dem Silberstreifen steht Peru. Zweitens: die groß gedruckten lila Zahlen werden schwarz, wenn man den Schein im Licht dreht. Jean Pütz würde wohl von changierenden Farben sprechen, hihi. Drittens: Wenn man mit dem Fingernagel über die Schultern der abgebildeten Personen fährt, soll es sich rubbelig anfühlen. Und der letzte Schritt: mit einem (angespuckten?) Taschentuch fest über den Schein reiben. Wenn er Farbe abgibt, ist er echt. Hä? Ja, ich glaube jetzt kann nichts mehr schieflaufen. Bienvenidos a Peru!

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