Eine Insel mit fünf Bergen

Vier Tage lang haben wir es uns in einem Backpacker-Hostel in Puerto Varas gemütlich gemacht. Es war einerseits super nett, da wir wie in einer Riesen-WG die gut ausgestattete Küche benutzen konnten, man interessante Gespräche mit anderen Reisenden aus aller Welt führen konnte, oder weil es einen Fernseher mit jede Menge Filmen gab, inklusive Sofa mit Kuscheldecke wie zuhause. Andererseits merkte ich auch schnell, dass ich fürs WG-Leben nicht wirklich geeignet bin. Nachts blieb es lange laut, manche fanden es eine großartige Idee um 4 Uhr früh Töpfe klappernd Spaghetti mit Meeresfrüchten zu kochen… und das alte Holzhaus knarrte und quietschte sowieso bei jedem Schritt und Tritt. Wer mich kennt weiß dass ich ohne 8 Stunden Schlaf schnell ungenießbar werde. Ähem, zugegeben selbst schuld wer in so einer jugendlichen Herberge absteigt. Zum Ort selbst gibt es Heykos Kommentar nicht viel hinzu zu fügen… alles etwas teurer und die Atmosphäre wie in einem Wintersport-Ort in den Alpen. Der See mit Blick auf den Vulkan wäre sehr malerisch, wenn nicht gerade Hauptsaison und alles von Touristenmassen belagert wäre. Es gibt ein paar interessante Gebäude, die wohl “typisch deutsch” sein sollen, wurde uns berichtet.

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Am Donnerstag ging es für uns weiter auf die Insel Chiloé. Hier scheint die Zeit mancherorts stehen geblieben zu sein, und alles geht sehr gemütlich zu. Die Landschaft ist ruhig und sanft, irgendwie leuchten die Farben hier ganz anders. Beim Wetter war schon alles dabei. Als wir ankamen, war es kalt, klar und windig, später gab es bei einem Ausflug auf einer der kleinen vorgelagerten Inseln trübes Wetter mit Nieselregen. Dann kam plötzlich die Sonne hervor und heute war ein strahlend blauer, heißer Tag.

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Irgendwie verrückt, aber die Insel sieht bei jedem Wetter auf eine andere Art schön aus. Besonders gut gefällt mir, dass man hier überall verschiedene Vogelarten ganz aus der Nähe beobachten kann. Heute haben wir winzige kleine Kolibris gesehen, die in den wilden Fuchsiensträuchern am Strand nach Nahrung gesucht haben. Für richtige Artenbezeichnung keine Haftung! Auch die anderen Vögel kennen wir nicht wirklich, die nennen wir jetzt mal Seeadler oder Fischgeier. Jedenfalls sah es toll aus, wie diese Riesenvögel über dem Meer durch die Luft geglitten sind.

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Seit heute sind wir in Quemchi, einem abgeschiedenen Ort mit 2000 Einwohnern im Nordosten der Insel, wo wir vermutlich die einzigen Touristen von außerhalb Südamerikas sind. Die Leute sind auch gleich viel interessierter und freundlicher uns gegenüber, obwohl die Chilenen ansonsten als sehr zurückhaltend gelten. Aber wir haben gelernt, dass die Bewohner der Insel Chiloé sich Chiloten  nennen und das scheint einen großen Unterschied auszumachen. Bisher fühlen wir uns hier ganz wohl, vielleicht gerade weil es nichts Besonderes zu tun oder zu besichtigen gibt. Wir haben eine sehr nette und gemütliche Kneipe aufgetan, wo es leckere fritierte Empanadas, gute Musik und Blick aufs Meer gibt. Der Chef hat uns mit Handschlag begrüßt und das Bier war eiskalt und bezahlbar. Ja, was will man mehr?  Danach hatten wir noch Lust auf einen langen Strandspaziergang und einen kurzen Besuch in einem kleinen, aber bis zur Decke vollgeräumten Supermarkt sowie einer winzigen Bäckerei. Nach einem Picknick an der Ufer-“Promenade” endete unser erster, sehr entspannter Tag in Quemchi.

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