der weite Weg durch Java

nach der Abreise aus Banyuwangi per Zug nach Surabaya haben wir ja nur 1 Tag Zwischenstopp gemacht. Es sollte ja nach Yogyakarta gehen. Der Weg vom Home Stay zum Bus-Terminal war noch das einfachste. Am Terminal angekommen haben sich sofort unzählige Leute um uns gekümmert. Man wollte unser Gepäck tragen (nö, kann ich selbst, es ist auch noch daSmiley ), hat uns direkt in einen Bus nach Yogyakarta verfrachtet, zum lächerlichen Preis von 150.000 Rupien pro Person. Das haben wir erst zu spät gerafft, denn hier zahlt man beim Busfahrer, und der kassiert erst später. Aber was die können, können wir auch. Mit einer List (wollen nicht ja Yogja sondern Jakarta) raus aus dem Bus und Geld zurück bekommen, ha, so wird das gemacht Laut lachen

Die Suche nach einem Bus der “EKA”-Klasse (zwar Klimaanlage, aber sonst eher nix)nach Yogyakarta war dann schon abenteuerlich. Endlich den richtigen Bussteig gefunden, angeblich rollte alle 15 Minuten einer vom Hof. Denkste. Unsere Bussteigbekanntschaft erklärt uns, das es wohl noch weitere Busse gibt, zu unterschiedlichen Preisen und Fahrtzeiten. Doch die finden scheint unmöglich. Selbst für Indonesen. Wir geben auf und bleiben einfach stehen. Erst sollte der dann alle Stunde fahren, dann kahm nach 2 1/2 Stunden endlich ein Bus und, man glaubt es kaum der fährt auch nach Yogyakarta, aber die 1000 Leute am Steig wollen alle gleichzeitig da rein. Doro kämpft sich durch, ich mit dem Gepäck draußen. Doch es nützt nichts. Binnen Sekunden sind alle Plätze besetzt, mit Rucksäcken markiert oder oder oder. Keine Chance, da werden Frauen, Kinder und Schwangere einfach mit dem Ellenbogen weggehauen, um ja den freien Platz zu ergattern. Das ist uns zu heavy.

Einer der Buseinweiser spricht was englisch und bekommt unsere Enttäuschung mit, bringt uns direkt zu einem anderen Bus. Da steht zwar nicht Yogyakarta drauf, aber der fährt wohl auch dahin. Und das für 50.000 Rupien pro Nase. Da macht Busfahren doch Spaß….

10 Stunden später sind wir um 02.00 Uhr morgens endlich da. Hätten wir doch bloß den Luxusbus genommen.. Die Fahrt war schon krass. Wir hatten immerhin einen Sitzplatz. Andere stehen vier, fünf oder mehr Stunden. Doro hat’s mit dem Magen, Immodium akut muß retten was zu retten ist. Trinken geht nur Schluckweise, weil keine Toilette an Bord. Angehalten wir quasi auch nicht, man springt mehr oder weniger bei Schleichfahrt auf und ab. Nach sechs Stunden die erste Pause ==> ein Klo einfachster indonesischer Bauart. Und 70 Mann/Frau die müssen….. Mehr sach isch ned… Zwinkerndes Smiley . Aber wir nehmens gelassen, hätten ja auch im Luxusliner sitzen können mit Karaoke, Raucherabteil wers braucht und ja, Bordtoilette…

In Yogja angekommen freuen sich schon die Moped-Taxis-Fahrer auf uns, um uns zu einem Home Stay IHRER Wahl zu bringen, ha. Wir sind einfach zu erledigt, um groß Gegenwehr zu leisten, Doro gehts schlechter und ich will eigentlich auch nur noch liegen statt Sitzen auf Bussitzen, die für Asiaten eigentlich schon zu klein sind. Ich konnte die Knie hinter den Ohren anlegen…. Egal, Busfahren ist schön, so!!!!

Tags darauf bekommen wir zu unserer Überraschung ein kleines Frühstück, müssen aber das Zimmer räumen weil vergeben. Da wir nur upgraden könnten, es Ramadan-Ende ist und die Home Stays oft ausgebucht sind (frei sind natürlich die Superior-Zimmer für Unsummen) lehnen wir danken ab und begeben uns auf die lange Suche nach einer neuen Unterkunft, werden aber fündig. Im Sartika-Home Stay bekommen wir ein super Zimmer (ohne Klima) in einer ruhigen Ecke des Gebäudes, inkl. Frühstück. Eigentlich wollten wir nur 3 Tage bleiben, aber Doro geht es zunehmends schlechter, bleiben wir 6 Tage, um überhaupt was von Yogyakarta zu haben. Nebenbei grummelts auch mir im Magen, aber das kommt vom scharfen Essen und lässt sich leicht beheben.

In der Stadt selbst gibt es viel zu sehen, aber nicht alles ist unser Ding. Der Borobudur-Tempel ist eine Massentouri-Veranstaltung, und kostet ein Vermögen an Transport und Eintritt. Wir lehnen ab. Plan B nach Prambanan zu fahren wird am letzten Tag kurzfristig verworfen. Der Sultans Palast ist leider geschlossen wegen der Feier. Die Malioboro geben wir uns aber und was soll ich sagen, Marktstände über Marktstände säumen die Straße und das Gewusel ist brutal. Von Kunst, Kleidung, Flip-Flops hin zu Touri-Zeugs ist alles dabei. Wir sind ausnahmsweise mal ganz verwegen drauf und gönnen uns: ja, McDonalds, weil es Doros Magen besser bekommt als Nasi Goreng oder Bakso.

Weil 3 der 6 Tage auf Grund Totalausfall gestrichen werden müssen und wir mehr oder weniger im Hotel bleiben, sind die übrigen 3 Tage anstrengend. Die Wege sind weit, der Stadtbus aber eine große Hilfe. Wir fahren nach Kota Gede ins Silber-Viertel, ins Batik-Arts-Deco. schauen uns per Stadtbus die Stadt an.

Heute brechen wir dann nach Seramang und weiter nach Jepara auf. Wir haben uns kurzfristig entschieden, nach Karimunjawa zu fahren, eine Inselgruppe 110km Nord-Östlich gelegen. Mit dem Bus geht es erst nach Seramang. Das war schon krass genug. Ohne Klimaanlage bei ca. 32° in einem hoffnungslos überfüllten Bus 4 1/2 Stunden … Das ist nur was für Enthusiasten, wir sind auch die einzigen Weissen im Bus. Natürlich hätte man uns sagen können, das der Bus zwischendrin gewechselt werden muß. So habe ich auf der 2ten Hälfte einen Stehplatz, sitzen wird ja auch überbewertet: das Raumangebot ist eh gleich null, der Komfort lässt zu wünschen übrig und auf der 3er Sitzreihe hätten ohnehin nur Doro und ich Platz Smiley . In Seramang angekommen hilft uns ein Passagier zum richtigen Bus für die Weiterfahrt nach Jepara zu kommen. Wer denkt, es kann nicht schlimmer kommen, ist hier noch nie Bus gefahren. Das Teil ist nur ein halber Bus (20 Sitzplätze oder so), wird quasi von Tape zusammen gehalten und hat (wie soll es anders sein) keine Klimaanlage. Alles noch gut, ist quasi nur halb voll bei der Abfahrt. Doch 500m weiter füllt sich das Ding und es werden immer mehr. Keine Ahnung wie viele Leute in dem Bus waren, aber auf jeden Fall zu viel,mindestens 60 bei geschätzter Kapazität von 30. Hat auch alles seine Vorteile, einige schlafe im stehen und brauchen sich nicht festhalten. Umfallen geht ohnehin nicht.

Gelegentlich steigt jemand aus, zum Glück natürlich auch hin und wieder eine(r) zu, wäre ja fatal, die letzten 30 km so halb leer, das geht nun wirklich nicht. Kurz vor Jepara bzw. auf der Hauptstraße dann das unglaubliche. Peng, der Bus ist mit 10 Leuten quasi unbesetzt. Wir fahren noch 1 Haltestelle und versuchen dem Ticketmensch klar zu machen, das wir nach Karimunjawa wollten. Wir sollen hier aussteigen, kommen schon irgendwie da hin. Zum Glück hatte ich ein Schild mit irgendwas drauf gesehen, aber auch das Wort Karimunjawa.

Der Rest ist Routine, durchfragen, laufen, durchfragen, laufen…

Wir erreichen endlich das Ticketbüro für das Speedboat, den es fahren unterschiedliche Schiffe da rüber, aber eben auch unregelmäßig. Geschlossen, aber wir bekommen immerhin noch Auskünfte. Keine Überfahrt seit 2 Tagen wegen Wellengang (2,5m plus) und Wind. Ob morgen ein Schiff ablegt, kann man uns erst morgen sagen, je nach Wetter. Wir suchen uns als eine Unterkunft, das Kota Baru wird empfohlen und erweist sich als guter Tipp. Der Besitzer ist nett und gibt uns alle nötigen Infos. Reguläre Fähre, morgens um 7 am Hafen sein am Schalter anstellen. Speedboat um 8 Uhr, sonst wirds nix. Je nach dem, welches fährt zuschlagen. Die Entscheidung wird uns abgenommen, es fährt nämlich mal wieder??? Genau: gar keines.

Doro äußert bedenken ob der Überfahrt, 6 Stunden auf der Fähre bei Seegang können lang werden. Zu lange… Nach kurzer Überlegung planen wir um. Statt nach Karimunjawa fahren wir heute (17.08.2013) nach Dieng auf das Dieng-Plateau für 4 Tage, danach zum Gunung Song für 4 Tage und dann den bereits fixen Weg über Seramang per Zug nach Jakarta zum Metallica-Konzert. Hätten das natürlich gleich machen können, doch dann wäre uns das Erlebnis Bus entgangen, und wir haben doch den VIP-Service gebucht Smiley . Wir haben richtig entschieden wie sich heute morgen rausstellt, denn es fährt immer noch kein Schiff rüber. Ein Pärchen sitzt seit Mittwoch hier fest und hat für Sonntag ein Ticket bekommen. Auch nicht schlecht…

Um 9.00 Uhr bringt uns heute ein Shuttle-Bus nach Dieng, unser Hostel-Mensch hat das organisiert. Bus kommt ca. auf den selben Preis. Uns entgeht zwar jetzt das Kollektiv-Kuscheln, die Natur-Sauna, aber hin und wieder müssen auch mal Opfer gebracht werden…..

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