Die ersten Tage auf Reunion

Nach nur 25 Minuten Flug landen wir schon in St Denis. Auch wenn nur gut 200 km die beiden Inseln trennen, sind sie völlig unterschiedlich. Man merkt direkt den europäischen Einfluss. So sind die Busse neu und fahren nach Plan, Gärten und Anlagen entlang der Straße sind ansprechend gestaltet, und die Preise noch höher als in Frankreich. Auf alles was importiert wird ist ein Aufschlag zu zahlen. Viele Einheimische bauen ihr eigenes Gemüse an und halten Tiere, um die Lebenshaltungskosten im Rahmen zu halten. Unser Gastgeber Néné besitzt zwei Schweine, jede Menge Gänse, Enten und sonst noch allerlei Viehzeug, mit dem wir uns die Wohnung teilen. Er ist ein sehr entspannter Bob Marley Typ, mit allem was dazu gehört. Gras zu rauchen soll übrigens das einzig günstige Vergnügen auf Réunion sein, wurde uns berichtet. Schade, nichts für uns dabeiSmiley

Mit unserem Leihwagen können wir  Ausflüge in die Bergwelt von Réunion unternehmen. Auch hierin unterscheiden sich die Inseln völlig: Réunion ist wahnsinnig grün und die Vegetation ist noch ganz ursprünglich. Alle paar Höhenmeter verändert sich die Landschaft und neue Pflanzen, Bäume, Ausblicke tauchen auf.

Unser erster Ausflug führt an den Kraterrand des Commerson  auf 2300 m Höhe, man blickt fast 400 Meter in die Tiefe des erloschenen Vulkans. Reunion_004

Hier oben ist alles völlig still, man hört nicht einmal einen Vogel zwitschern. Auf dem Rückweg machen wir in Picknick an einer der sehr schön angelegten Rastmöglichkeiten. Das Budget lässt ein einfaches Essen mit Baguette (juchuuu, auch hier für nur 90 Cent zu haben!), Obst und Schokolade Reunion_015zu .

Wieder etwas weiter den Berg hinunter kommen wieder die ersten bewohnten Flecken in Sicht. Es sieht ein bisschen aus wie in den Schweizer Alpen, sogar Kühe sehen wir zum ersten Mal seit Deutschland. Als wir uns eine Stunde später wieder den Ortschaften nahe am Meer nähern , haben wir das Gefühl in eine andere Welt zurückzukommen. Hier ist alles quirlig und bunt, ein knallig gestrichenes Häusschen reiht sich ans nächste.

Der nächste Hingucker, zwei Tage später,  sind riesige erstarrte LavafelderReunion_023, die sich bis zum Meer hinunterziehen. Von unserer Unterkunft in Petite Ile fahren wir die Küste entlang bis zum Fuss des Piton de la Fournaise. Dieser Vulkan ist noch aktiv und alle paar Jahre bricht er wieder aus, so dass verschiedene breite Streifen der Küste völlig mit Lava bedeckt sind. Mitten drin steht eine Statue der Vierge au ParasolReunion_035, die Land und Leute vor den Vulkanausbrüchen beschützen soll und die auch schon mal versetzt wird, wenn die Lava in ihre Richtung fließt… Auf dem Parkplatz zu ihren Füßen gönnen wir uns einen Kaffee mit einem superleckeren Maismehl-Muffin. Der Budenbesitzer erzählt uns stolz, dass seine Tochter in Straßburg deutsch gelernt, ihren jetzigen Mann getroffen hat und jetzt in Österreich kreolische Kochkurse gibt. So was passiert wenn man sich auf den Weg in die weite Welt macht!

2 Gedanken zu „Die ersten Tage auf Reunion

  1. Hallo Doro,

    vielen Dank für die tollen Beschreibungen, habe das Gefühl, ich reise mit 🙂

    Viele Grüße, Mareike

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