Höllenentrip den Mekong runter

auf dem Weg nach Chiang Khong habe ich mit dem Minivan einen kurzen Stopp in Chiang Rai eingelegt. Ideale Gelegenheit um den atemberaubenden weisen Tempel zu bestaunenWhite Temple. Auf Grund des nur kurzen Stopps hat es für eine Besichtigung nicht gereicht. Weitere 1 1/2 Stunden später erfolgt die Ankunft in Chiang Khong. Und auch hier same same, Fahrt zur toureigenen Unterkunft. Ich habe aber andere Pläne und mache mich auf den Weg zum Baan Rimtangling Guesthouse. Keine Ahnung wo das liegt, den Chiang Khong ist eigentlich nur ein Auffangbecken für Laos-Transitreisende mit unzähligen Unterkünften.

Zufällig stapfen 2 junge Engländer, Jenny und Rob, so halbwegs in die gleiche Richtung. Wie soll es anders sein, das selbe Ziel. Das Guesthouse ist einfach, und mit 150Baht die Nach darf man(n) nicht viel erwarten. Die Preise sind günstig und für die 1 Nacht geht fast alles, beim Abendessen lerne ich noch Chris und Manuel kennen. Beim gemütlichen Bier wird sich über die Fahrt mit den anderen Gästen am nächsten Tag ausgetauscht. Die einen nach Norden, wir in den Osten. Für Deutsche kostet das Laos-Visa entweder US$30 oder 1.500 Baht. Die Dollar sind günstiger im Kurs und da uns Miss Guesthouse den “Dollar-Man”  für den nächsten Morgen eingeladen hat, konnte ich schon im Homestay problemlos US$31 tauschen. Ist nämlich Samstag, da kostet es 1 Dollar mehr….Warum auf der späteren Visa-Quittung 30US$ steht, verschliesst sich mir dennoch Smiley

Zur GrenzeNach einem einfachen Frühstück erfolgt der free pick-up-service zur Grenze, punkt 09:00 Uhr ist Abfahrt, um das Slow-Boat auf der anderen Seite zu erwischen. Das war die Fahrt meines Lebens. Die Besitzerin lädt alle Mann/Frau auf den Pick-Up (natürlich ohne Bänke oder so, alles auf die Ladefläche…Zwinkerndes Smiley )und so geht es quer durch die Stadt zum Hafen (wenn man das so nennen darf). Dort ist auch gleich der Ausreise-Checkpoint. Für 20 Baht gehts mit dem Boot über den Mekong nach Laos. Da werden ebenfalls am “Hafen” direkt die Einreise-Formalitäten erledigt. Registration-Formular ausfüllen, 31US$ rüberschieben und 2 Minuten später klebt das 30-Tage-on-arrival-Visa im Pass. Rückfragen oder Ablehnungen gab es keine, solange die Scheine stimmen….

Manuel, Chris und ich verzichten auf den Tuk-Tuk-Service zur Ablegestelle für die Slow-Boats, wir laufen den knappen km zum Pier. Bei 30° im Schatten morgens um 09:30 Uhr nicht ganz ohne mit Gepäck. Ticket lösen, schlappe 110.000 Kip (ca. 10 EURO), jetzt schnell halbwegs erträgliche Plätze suchen. Nach anfänglichem Zögern und lesen diverser Berichte war ich mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war den Mekong zu befahren. Die 2 Tage auf dem Boot wurden von vielen als Höllentripp beschrieben. Jetzt, wo ich hier in Luang Prabang am Mekong-Ufer sitze, die Ruhe und Aussicht geniesse, kann das nur von Pauschal-Urlaubern geschrieben worden sein. Backpacker sind ganz anders im Nehmen, was wollen die eigentlich, waren doch auch auf den Holzbänken Sitzkissen Smiley . In der Death Railway nach Nam Tok hatte ich 7 Stunden nur den Hintern als Pufferzone, und soo fett is er nicht (mehr) Smiley .

Das BootAm MekongOk, ok, bequem ist anders, aber immerhin bestehen die meisten Sitzreihen aus ausrangierten Minivan-Sitzen, also 2er oder 3er-Autositzbänken, liebevoll aAm Mekonguf Holzlatten montiert und lose auf die Bootsplanken gestellt. So ist immerhin eine Feinjustage möglich, har har. Das Boot war nur zu 98% voll und es sollte sich ergeben, das ich (zumindest am ersten Tag) den Doppelsitz für mich alleine hatte. Hey, da waren sogar 2 Stunden Schlaf drin…

Die Aussicht, die Landschaft….das ist wirklich atemraubend schön. Eine endlose Grüne, mit allen bekannten und unbekannten Pflanzen, Bäumen und Sträuchern gesäumt, einfach herrlich. Alles so weit als möglich unberührt und die paar Dörfen (wenn man die 5-10 Hütten so nennen kann) sind teils nur über den Fluß erreichbar, mangels Straße. So kommt es auch, das immer wieder Laoten an den einzelnen Piers aus oder einsteigen, inkl. Hab und Gut, Reissäcken und sonstigen Utensilien. Es mag anmutend oder verrückt klingen: um einen einfachen Fuchschwanz (Handsäge) zu kaufen ist der Durchschnittslaote 2 Tage auf dem Mekong unterwegs. Einen Tag vom Dorf nach HouaiXai oder Luang Prabang und am nächsten Tag zurück. Wer danach noch motzt, weil der ortsansässige Baumarkt mal keine 10er Torx-Spaxschrauben in rostfreier Ausführung hat, dem ist nicht zu helfen.

In PakBengTrotzdem sind die 6-7 Stunden Fahrt anstrengend genug und wir alle waren froh, etwas früher als geplant in PakBeng, der Zwangszwischenstation, anzukommen. Nachts wird auf dem Mekong nicht gefahren, und das aus gutem Grund. Die teils rieseigen Steine und Felsbrocken sind tagsüber schon manchmal schwer zu erkennen und ragen gelegentlich nur wenige Zentimeter, manche aber auch Meter hoch aus dem Wasser. Nachts unmöglich die Fallen zu erkennen. Mit ein Grund, warum dringend von einer Fahrt mit den Speedboats abgeraten wird. Die schaffen die Strecke zwar in einem Tag, aber Unfälle sind an der Tagesordnung und vor kurzem müssen erst wieder 2 Boote zerschellt sein (daher ist auf einem Speedboat Helm und Schwimmweste Pflicht!!).

So nach und nach finden sich diverse Gruppen zusammen, die auch mehr oder weniger den Abend in PakBeng verbringen. Da der Ort einen absoluten Exclusiv-Status hat, sind die Preise entsprechend hoch. Chris, Manuel und ich teilen uns daher ein 3er-Zimmer für 40.000 Kip pro Nase. Einfach, aber bequemes Bett mit der üblichen Matratze Marke Holzbrett, aber es gibt warmes Wasser zum duschen. Beim Abendessen und anschliessendem Bier werden alle möglichen Themen ausgetauscht. Beerlaos ist  übrigens absolut trinkbar, wenn kalt, und nach eingehenden Feldversuchen auch in etwas erhöhter Menge nicht kopfwehlastig Smiley  . Ausserdem schliesst alles um 22.30 Uhr, aus gutem Grund. Es sollen schon so manche Ihr Boot am nächsten Morgen verpasst haben…..

Tag 2 am Mekong, das Frühstück geniesse ich auf der Terrasse mit Blick auf den Fluß. Wenns nicht so abgelegen wäre, ich würde 2 –3 Tage bleiben und dem treiben zusehen. Allerdings habe ich auch die Zeit im Nacken, denn ich habe am 07.11 ein Date in Siem Reap, Kambodscha. Und das wird nicht verpasst…

Blick auf den MokongAm MekongDas Boot legt, natürlich wie soll es anders sein, mit 1 Stunde Verspätung ab. Anderes Boot heute, und entweder sind weniger Plätze oder es haben sich ein paar Leute dazu geschmuggelt. 5-6 bekommen nämlich nur Stehplätze, und so ist es auch mit meinem “Comfort-Sitz” vom Vortag essig. Leider gibt es sie überall, auch am Ende der Welt: Die immer und über alles meckernden deutschen Pauschal-Touristen. Mind. 5 von der Sorte waren es auf dem Boot und ich war schon dem Herztod nahe, als die sich doch tatsächlich direkt auf die Bänke hinter mir klemmen wollten. Was habe ich doch für ein Glück, das der Meute die Sitze zu unbequem, die Aussicht zu eingeschränkt, die Platzverhältnisse zu eng war und man keine 5 Sitze nebeneinander bzw. gegenüber hatte. “Da muß man doch mal bei den “Eingeborenen” nachfragen” ob das nicht irgendwie geht, plärrt einer. Mensch Leute, macht Urlaub im Schwarzwald oder noch besser: Bleibt zu Hause und nervt euch gegenseitig…. Ansonsten verläuft auch dieser Tag ohne nennenswerte Verluste, ausser das heute schon was früher die Bierreserven angebrochen werden Smiley . Viele Hintern sind wohl doch mehr mitgenommen als gehofft (meiner inkl.) und das große Beerlaos für 20.000 Kip machts zumindest erträglicher.

Gegen 17.00 Uhr schlagen wir dann endlich in Luang Prabang ein. Zumindest so in etwa. Warum man uns im Nirgendwo aussteigen lässt, sorgt bei allen für erste Verwunderung. Achso, na klar, auch in Laos ist man geschäftstüchtig und da in Luang Prabang vieles zu Fuß zu erreichen ist, wird so dem Tuk-Tuk-Syndikat nachgeholfen. 20.000 Kip für den Shuttle, sind um die 7-8km, also eindeutig zu weit zum laufen. “Angeblich” nicht genug Wasser im Fluß um direkt nach Luang Prabang zu fahren, aha, komisch das ich gerade hier am Ufer, während ich diese Zeilen tippe, haufenweise Boote vorbeifahren sehe… so what.

Manuel, Chris und sich machen uns zum letzten Mal gemeinsam mit noch 2 Mädels aus Polen auf den Weg eine Bleibe zu organisieren. In einer kleinen Seitenstraße werde ich zumindest fündig und checke für 60.000 Kip die Nach in ein Doppelzimmer ein. Singlerooms gibts keine und wenn dann kosten die ähnlich. Chris wollte eigentlich mit dem Damen zusammen in einer Unterkunft einchecken, aber irgendwie, keine Ahnung warum, stehen die beiden in der Tür.

Abendessen auf dem NachtmarktSchnell duschen und dann ab, was zu essen suchen. Der nahe Nachtmarkt lädt zum schlendern ein und zum ersten mal erleben wir laotische Küche. An einem Straßen-Buffet kann man sich alle bekannten und unbekannten Köstlichkeiten auf den Teller schaufeln, kurz im Wok anbraten lassen und dann wirds gegessen. Keine Ahnung, was das alles war, Gemüse, Reis, Brot, Bananen, ich könnte schwören irgendwo Kartoffeln und Nudeln. Schmeckt jedenfalls super köstlich, wenn auch ungewohnt.

Die "Reisegruppe"Wir sammeln nach und nach immer mehr vom Boot ein, da sind Rowland und Freundin aus England, 2 angehende Referendarinnen aus Münster, wir 3, das polnische Geschwister-Duo, nicht alle Namen kann ich mir behalten… schlendern durch die Straßen, gemeinsam so manches Beerlaos weglöten und Erfahrungen der bisherigen Erlebnisse austauschen…. Wo der eine noch hin will, da sind andere schon gewesen, und die aktuellsten Insider-Tipps machen die Runde. Heiss begehrt ist die Info über Ali’s Nest in Singapur, hätte Geld nehmen sollen…Smiley (nönö, Backpacker müssen zusammen halten).

Ich habe mir direkt ein Ticket für den Nachtbus nach Vientiane gekauft und verlasse Luang Prabang heute (04.11.2013) um 19.00 Uhr schon wieder mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite ist es mal was anderes, alleine unterwegs zu sein und es ist wie man sagt: Sofort in Gesellschaft. Auf der anderen Seite habe ich ein Date auf das ich mich freue. Von daher Sawadee Luang Prabang, chap chai .. Den Tag verbringe ich mit Sightseeing und treffe diesen und jene, da wird mal zusammen ein Kaffee oder Tee geschlürft, oder das Mittagessen am Straßenstand (gibt Laos-Sandwiches, mhhh, lecker) verputzt. Einige haben ähnliche Route wie ich und vielleicht kommt man irgendwo wieder zusammen. Das ist uns ja in Kuala Lumpur schon mal mit einem italienischen Pärchen passiert, was wir in den Cameron Highlands auf dem Tagesausflug gennen gelernt haben. Die Welt ist ja doch ziemlich klein, erst recht für Backpacker…

So, nun sitze ich hier vorm Homestay und warte auf das Tuk-Tuk, das mich zum Busbahnhof bringt.

Nächste Station ist Vientiane, von dort aus gleich weiter nach Pakse und dann nach Siem Reap. Die nächsten 3 Tage sitze ich quasi nur im Bus…. na dann, freu mich… Flieger gäbe es auch noch. In ca. 1 Stunde wäre man da. Ist aber sau teuer (ca. 160€) und auf der anderen Seite sieht man ja nix vom Land….

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