Chiles Norden–Über La Serena nach San Pedro de Atacama

Pato & Magdalena

Unser Zimmer bei Patonun ist es also soweit, wir verlassen endgültig Santiago und “unseren” Pato. Zum Abschluss wurden wir zum essen eingeladen. Pato kocht ein traditionelles chilenisches Gericht: Meeresfrüchte-Cocktail (japp, ich habs gegessen Smiley ), weisser Bohneneintopf mit Würstchen und wir steuern ein echtes “deutsches” Tiramisu bei, nicht so einfach wenn Zutaten fehlen. Aber hat klappt und es schmeckt super. letztes AbendessenZusammen mit einer Bekannten (Magda) von Pato haben wir einen super netten Nachmittag und bekommen auch gleich jede Menge Tipps für die Weiterreise in den Norden.

Als ersten Stop haben wir La Serena auserkoren. Die Hafenstadt lieg in einer Bucht und ist einer der größeren Orte in Chile. Es ist ein unglaublicher Zufall, das Deutsch-Französischer AustauschPeggy, Fred und Miles (Bekannte aus Frankreich, auch auf Weltreise) am gleichen Tag dort sind. Wir verabreden ein Treffen und um das ganze einfacher zu machen steigen wir im gleichen Hostal ab. El Punto in La SerenaDas El Punto in La Serena ist einfach toll. Super schön gemacht, alles im Innenhof, sauber und freundlich. Man merkt sofort, das als Inhaber hier ein deutsches Pärchen am Werk ist, denn schon die Emails für die Reservierung waren in astreinem Deutsch geschrieben. 3 Tage wollen wir dortbleiben. Auf dem Programm steht neben etwas Städtetour auch ein nächtlicher Ausflug zum Observatorium Mamalluca in der Nähe von Vicuna. La Serenas KlaviereIn und um La Serena stehen mit die größten und modernsten Teleskope der Welt, z. B. das Vicuna-ObsertavotioVLT mit dem beeindruckenden Namen – Very Large Telescope –  Smiley . Besuche sind möglich, müssen aber laaaange im voraus angemeldet werden und der Transport ist selbst zu organisieren. Mangels öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin und fehlendem Mietwagen nicht ganz einfach, oder besser gesagt: unmöglich, denn die Observatorien liegen natürlich mitten in der Wüste. Trotzdem war der Ausflug toll, neben vieler Infos zu den Sternen auch mal einen Blick durch ein großes Teleskop werfen können. Unser Guide ist ein lustiger Geselle und macht das wirklich unterhaltsam. Zu guter Letzt noch ein Foto vom Mond mit der EIGENEN Kamera!!!

Sunset & Picknick in Pisco ElquiSunset & Picknick in Pisco ElquiSunset & Picknick in Pisco ElquiVon La Serena buchen wir uns tags darauf einen Bus nach Pisco Elqui, ins Tal des Rio Elqui, rundrum Wüste, nur ein winziger, schmaler grüner Steifen im Tal macht die Sache interessant. Dort angekommen merkt man aber auch gleich wo man ist. Pisco Elqui ist ausschliesslich auf Tourismus ausgelegt, es gibt dort sonst nichts ausser ein paar Touren zu buchen,achja, und haufenweise Esotherik für alle Selbstfinder. WirPisco Elqui kommen in einem netten, wenn auch überteuerten Hotel unter, geniessen etwas die Ruhe, ich mache einen kleinen Ausflug zu Fuß in die Wüste und abends erfreuen wir uns mit Pisco Elquieinem Picknick am Sonnenuntergang. Das wars auch schon in Pisco Elqui…. Am nächsten Tag gehts strack zurück nach La Serena und von dort aus nach San Pedro de Atacama, dem Wüstenort in Chile schlechthin.

Wenn Chilenen sagen, sie fahren in die Wüste, dann ist San Pedro gemeint. Es erinnert auf der Landkarte etwas an Alice Springs in Australien. Im Umkreis von 100km???…. genau: nichts. Die Atacama-Wüste ist einer, bzw. sogar der trockenste Ort der Welt. Es gibt Flecken, dort ist (angeblich) seit 50 Jahren kein Tropfen Regen gefallen.

Der Nachtbus bringt uns also von La Serena in ca. 15 Stunden dort hin. Um 16.00 Uhr gehts los, am nächsten Morgen um 9.00 Uhr sind wir da. Auf dem Weg nach San Pedro kommen wir auch in Calama vorbei. Unserer Meinung nach einer der ödesten und trostlosesten Städte in Chile. Grund ist die Chuquicamata, die weltgrößte Kupfermine im Tagebau. Calama ist im Endeffekt nur die Minenstadt, es ist grau und trist, alles auf den Bergbau ausgelegt und wenn man den Beschreibungen glauben darf hat es ausser tausenden von Minenarbeiter, die ihr ganzes Geld in hopfenhaltige Getränke investieren, nichts zu bieten. Die Mine kann man angeblich besichtigen, da wir aber nicht in Calama bleiben wollen, versuche ich einen Tagestrip von San Pedro zu bekommen. Doch das Vorhaben scheitert, da “angeblich” keine Besichtigungen derzeit durchgeführt werden. Wir können das nicht verifizieren, da dafür ein Anruf oder Email im Office der Betreiberfirma nötig ist. Schade, darauf hatte ich mich echt gefreut, große Jungs mit mal richtig großen Maschinen. Einer der größten Abraumbagger der Welt, Kipplaster mit 220to Ladung und 4m großen Reifen, 600.000 Tonnen Gestein das jeden Tag bewegt wird, das wär doch mal was…. Trauriges Smiley , ich kanns nicht ändern.

San Pedro de AtacamaSan Pedro de AtacamaSan Pedro de AtacamaSan Pedro de AtacamaSo kommen wir denn in San Pedro de Atacama an und suchen uns ein nettes Hostal. Wie soll es anders sein, werden wir mal wieder gefunden. Wir schlagen im “Casa de los Músicos” auf. Auch San Pedro lebt einzig und allein vom Tourismus, aber hier sind mal wirklich spektakuläre Dinge zu sehen, Valle de la Luna, Valle de la Muerte, die Titio-Geysire, Lagunen und Thermen auf ca. 4.200m Höhe etc. Spektakulär sind aber auch die Preise, und die sind wir nicht bereit zu zahlen.

Also ist guter Rat teuer, denn wir haben uns für 3 Tage eingebucht und die können lang werden im Nirgendwo. Das Casa de los MúsicosUnsere Herberge entpuppt sich aber als Glücksfall, denn nach dem Abendessen wird der Innenhof zur Piano-Bar erklärt. Der Inhaber spielt zusammen mit einem Freund der Familie alles mögliche, und auch die Gäste dürfen sich am Klavier, Gitarre, Panflöte oder Bongotrommel versuchen. Neben einem Franzosen gibt auch Doro ihre Fingerfertigkeit am Klavier zum Besten und ich freue mich, sie seit langem mal wieder spielen zu hören. Witzig, das in La Serena öffentlich Klaviere aufgestellt sind, wo Doro schon mal kurz in die Tasten hauen konnte. Davon gibt es ein kleines Video Smiley

 

Doro Live in Concert

Hells Bells in San Pedro

Für heute, den 15.03.2014, haben wir uns dann MTBs geliehen, mit diesen kann man etwas die Umgebung erkunden und auch zum Sunset ins Valle de la Luna, ins Tal des Mondes, fahren, was wir auch tun werden. Auch wenn die Landschaft ansonsten ziemlich trist ist hier auf ca. 2.500m Höhe, die Wüste wirklich leer, nur Sand, ganz vereinzelt mal etwas Grünzeug und dann San Pedro als grüne Oase mitten drin, so hat das zumindest für mich doch schon einen ganz besonderen Reiz. Das Panorama ist einfach nur schön.

Beim Bike-Verleiher haben wir eine Karte mit den möglichen Touren bekommen. Wir haben uns für den Einstieg zu einer ca. 24km-Runde in das Anden-Bergmassiv entschieden.Ok,ok, es sind die ersten Hügel, aber nicht minder spektakulär. Die Tour war spitze, so was haben wir noch nie gesehen. Nicht besonders anstrengend, steil oder anspruchsvoll, aber man darf nicht vergessen, wir sind mitten in der Wüste und da hat radeln in der Ebene auf Sandpisten eine ganz andere Gewichtung. Die Landschaft unglaublich, man kanns nur bedingt beschreiben, die Bilder bringen hoffentlich noch was rüber…

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Das Valle de la Luna haben wir daher auf den nächsten Tag verschoben, denn 3 Stunden in der Wüste hat Doro  verständlicher Weise einiges abverlangt. Die insgesamt ca. 25-30km in das Tal den Mondes wären dann für einen Tag zu viel.

 

 

Der Ausflug ins Mondtal am nächsten Tag war gut vorbereitet. Neben langer Kleidung (in der Wüste wird es abends bitter kalt) hatten wir ausreichend Wasser dabei. Die Strecke führt teils über Asphalt, teils über Schotterpisten. Allerdings gilt es einige Steigungen zu überwinden, denn wie der Name schon sagt, ist es ein Tal… Der Ranger an der Station knöpft uns nicht nur 4000 Pesos Eintritt ab, sondern gibt uns auch gute Tipps zu Länge und wann man wo am besten sein sollte. 19.15 Uhr oben auf der “great dune”, dort ist der Sammelpunkt für alle Sunset-Fans.

P1020751P1020769P1020776P1020784P1020789Vorher halten wir aber noch auf halben Weg am “Canyon” und der “Grotte”. Die Massen an Touris, welche busladungsweise dort hin gekarrt werden, machen dies aber zu einem zweifelhaften Vergnügen, so das wir recht schnell weiter ziehen.  Die Tour gestern war in der Beziehung deutlich besser.

An der Düne angekommen, machen wir uns auf den staubigen Weg nach oben. Inzwischen haben wir ja ein gesundes Misstrauen in die Lobeshymnen der Reiseführer und Touranbieter entwickelt und es kommt nicht oft vor, das wir positiv überrascht werden. P1020771Das Tal ist wirklich super schön anzuschauen und das Panorama einzigartig, zumindest auf diesem Planeten.

Der Heimweg ist anstrengend uns es wird sehr schnell dunkel. Daher machen wir uns direkt nach Sonnenuntergang auf. Zum Glück ist Vollmond, so das wir trotz der einbrechenden Nacht genügend Restlicht haben, um sicher wieder nach San Pedro zu kommen. P1020779Punkt 21.00 Uhr geben wir die Bikes ab und danach direkt ins Hostel, Abendessen und dann in die Heia. Es heisst früh aufstehen am nächsten Tag, denn wir haben für 9:45 Uhr Bustickets nach Iquique, unserer vermutlich letzten Station in Chile, bevor wir entweder nach Bolivien oder Peru weiter ziehen.

Chile ist in der Tat das Land der Geographie, 4 Klimazonen, Berge, Küste, Wüste, Strand und vieles mehr.

Für den 17.03.2014 haben wir bereits Bustickets nach Iquique, eine große Hafenstadt inkl. Freihandelszone. Mit Tur-Bus geht es früh morgens los und so verlassen wir San Pedro de Atacama nach 3 Tagen mit einigen neuen Eindrücken. Die Busfahrt ist erwartungsgemäß ruhig und verläuft ohne Probleme. Iquique soll eine der schönsten Städte Chiles sein. Können wir kaum glauben, als wir das Stadttor passieren. Es gibt einen tollen Strand, mit nobler Uferpromenade, entsprechend die passenden Bungalows und Wohnsilos dazu. Wir werden am Terminal abgeladen und es beginnt die Suche nach einem Hostal. Doro ist ca. 30 Minuten auf der Pirsch, dann entscheiden wir uns für die einfache Alternative, das Hostal Cathedral in Rufweite zum Busterminal und direkt gegenüber was??? Natürlich der Cathedrale. Geführt von 2 Omichen hat es den Charme und Stil von Peter Alexander-Filmen, trotzdem irgendwie knuffig. 2 Nächte wollen wir bleiben, da es die Weiterreise zu organisieren gilt und wir kurz vor Peru stehen. Nach Empfehlung und Recherche diverser Alternativen haben wir uns entscheiden mit dem Flieger nach Arica zu düsen und von dort mit dem Bus nach Tacna, Peru. Dort wird weiter geschaut, wa sinnvoll und machbar ist.

Nach einen abendlichen Stadtbummel müssen wir unseren Eindruck über Iquique übrigens revidieren. Die Altstadt ist wunderschön gemacht, viele alte Häuser sind saniert oder renoviert, die alte Tram läuft quer über die Fußgängerzone und die alten Salpeter-Lord-Villen glänzen teils in neuen Lack. Hier wurde wirklich viel Geld in die Hand genommen, das zahlt sich aber aus. Was noch mehr wundert (und mich persönlich freut) ist, das die Zone nicht mit den sonst üblichen völlig überteuerten Straßencafes und Restaurantes verunstaltet ist. Es gibt dagegen recht günstiges Essen in teils einfachen Lokalen. Alles in allem äusserst positiv überrascht von unserer letzten Station in Chile.

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