Cameron Highlands

Von den Perhentian Islands geht es mit einem kleinen Bus  quer übers Land auf die Hochebene der Camerons, eine alte Bergstation die die Engländer hier Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet haben. Das Schöne sind die sehr angenehmen Temperaturen hier oben, so dass man herum spazieren und sogar wandern kann, ohne ins Schwitzen zu geraten. Der Minibus ließ uns direkt vor einem sympathischen guesthouse aussteigen, so dass wir nicht groß nach einem Schlafplatz suchen mussten. Perfekt! Ein pico bello sauberes Bett, ein hübscher Garten und ein Kühlschrank mit Bier für den, der es sich leisten will. Der Inhaber ist geschäftstüchtig und freundlich, wir bekommen alles was wir brauchen und können bei ihm gleich auch eine Tour für den nächsten Tag buchen. Morgens um 9 geht es los, wir gehen auf die Suche nach einer der größten Blüten der Welt, der Rafflesia. Im Jeep sitzen wir mit zwei netten Paaren aus Italien und Spanien. Nach einer Stunde Fahrt geht es zu Fuß weiter auf einen Dschungelpfad, vorbei an Orchideen, Riesenbambus und Ingwerpflanzen. Zum Glück hat es nicht geregnet, so dass wir von ekeligen Blutegeln verschont bleiben. Etwa zwei Stunden später kommen wir an eine Stelle, wo kleine braune Kugeln am Boden liegen, und dann führt uns der guide zu einer geöffneten Rafflesia-Blüte. Das “Ding” hat eine wirklich beeindruckende Größe. Die einzelnen Blütenblätter gehen im Laufe von zwei bis drei Tagen auf, die ganze Blüte besteht dann nur eine knappe Woche bevor sie verwelkt. Danach bleibt ein unansehnlicher brauner Haufen zurück, liebevoll Elefantenmist getauft.

Wilde Orchidee

Knospen der Rafflesia

Blütenkelch

50 cm Rafflesia

Schwarze Lilie

 

 

 

 

 

Anschließend geht es bei leichtem Regen zum Auto zurück und weiter zu einer Teeplantage. Das Klima in den Camerons ist ideal für den Tee- und Gemüseanbau. Wir fahren durch wellige Hügel, die in verschiedenen Grüntonen leuchten – zum Glück ist in  diesem Moment die Sonne hervorgekommenSmiley Die Landschaft sieht so einladend aus, dass ich am liebsten hierbleiben würde. Die 80 Jahre alten Teebüsche hier werden alle drei Wochen geerntet und einmal im Jahr auf Hüfthöhe zurückgeschnitten. Statt einem strubbeligen Baum wachsen so kleine Tee-Bonsais heran. Wir besichtigen die Teefabrik und genießen einen Tee mit Butterkuchen auf der Terrasse des Cafés. Am liebsten möchte ich einen großen Beutel Tee-Tarik Mix kaufen, aber wer will den dann  verstauen und mitschleppen?  Tee Tarik ist übrigens ein schwarzer Tee mit Milch und Zucker, den man fast überall in Malaysia bekommt und der einfach lecker schmeckt. Eine kleine Hoffnung ist, dass meine Mutter uns Ende Oktober in Thailand besuchen kommt. Vielleicht ergibt sich kurz vorher noch eine Gelegenheit einzukaufen und ihr dann den ganzen Kram mit zu geben. Sie hat sicher viel Platz im Koffer nachdem sie das ganze Vollkorn- und Schwarzbrot ausgepackt hat, das sie für uns importieren wirdSmiley Es ist noch keine drei Monate her, aber Brot und Käse fehlen einem schon ganz gewaltig.

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Tee kurz vor der ErnteMalaysia_Cameron-Highlands-Tanah-Rata_055

Teeernte

 

 

 

 

 

Die letzte Station der Tour führt uns in den Mossy Forest, ein sehr hoch gelegener Moos-Regenwald in den Camerons. Mittlerweile ist ´Nebel aufgezogen (das Wetter ist hier oben ziemlich britisch). Das tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Alle Geräusche sind gedämpft, man hört eigenartige Vogelrufe und es sieht aus wie in einem Märchenwald. Der Boden ist torfig und federt bei jedem Schritt. Wenn jetzt ein Elf oder ein Ork hinter dem nächsten Baum hervorschaut, würde es einen nicht wundern.

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Die nächsten Tage machen wir selbst ein bißchen Programm: Wir leihen uns ein Motorrad und fahren durch die Gegend, sehen uns einen Gemüsemarkt, einen indischen Tempel und noch eine Teeplantage an. Heyko lebt sichtlich auf und lässt den Biker raus… Ein Paar Geocaches  können wir auch mitnehmen und kommen dabei an einer englischen Kriche und dem wunderschönen “Ye Olde English Smoke House” mit einem traumhaften Garten vorbei. Ein Blick auf die Karte macht leider klar, dass wir uns hier nicht einmal eine einfache Tasse Tee leisten möchten. Dafür gönnen wir uns zum Abschluss unserer Motorradtour den Besuch in einem einfacheren, aber sehr gemütlichen Café namens “The Lord’s Scone”. Alles auch hier very British, und die scones, der Kuchen und der Kaffee könnten gar nicht besser schmecken.

Ye Olde English SmokehouseSmokehouse gardenGemüsemarkt BrinchangHell's AngelHinduistischer Tempel bei BrinchangThe Lord's SconeHigh Tea

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