Barcelona

Kurz vor der ganz großen Reise gab es noch einen innereuropäischen Ausflug nach Spanien, um die Sprachkenntnisse für Südamerika auf Vordermann zu bringen.

Barcelona ist eine lebendige, verkehrstechnisch sehr gut organisierte Stadt am Mittelmeer. Kunstinteressierte können sich hier eine Reihe faszinierender Bauwerke anschauen. Die bekanntesten wurden von Antoni Gaudí entworfen und gehören zur Stilrichtung der Modernisme, einer Art spanischen Jugendstils.

Die Stadt ist ziemlich übersichtlich aufgebaut, der Stadtplan wirkt größtenteils kariert. Abenteuerlicher und schöner sind die Altstadtecken wie das Barri Gòtic, wo die winzigen Sträßchen keinen Autoverkehr zulassen. Hier kann man auch in einer der vielen kleinen Bars bei Tapas und einem kühlen Estrella den Tag ausklingen lassen.

Eine Traumstadt ist Barcelona aus meiner Sicht nicht. Warum? Es ist eine große und etwas anonyme Stadt. Man kommt zwar mit den Spaniern ganz gut ins Gespräch, es ist allerdings hier schon schwieriger als in so „gemütlichen“ Städten wie meinem geliebten Pamplona. Manche Ecken sind sehr reizvoll, doch an vielen Stellen sieht es – Zitat Heyko – „doch irgendwie gleich“ aus. An den berühmtesten Sehenswürdigkeiten habe ich eher weniger Spaß gehabt. So wird die Sagrada Familia schon morgens überschwemmt von Touristenbussen,

der Eintrittspreis liegt bei 20 Euro ohne Führung oder Audioguide. Möchte man sich dann noch das ein oder andere Gaudí-Gebäude ansehen (ab 18€), ist die Reisekasse schnell geplündert. Natürlich gibt es auch andere schöne Dinge zu entdecken.

 

Am besten gefielen mir in Barcelona das Barri Gòtic und der Passeig de Born, die großen Parks

und die grünen Hügel um die Stadt herum, die Vielzahl winziger und kurioser Geschäfte, die vielen gemütlichen Bars und Cafés oder die bunten Märkte mit herrlich frischen Produkten von A-Z.

 

Während ich nachmittags und abends die Stadt erkunden konnte, war ich vormittags in der Kingsbrook Sprachschule an der Travessera de Gracia. Meine Lehrerin Josefina aus Argentinien machte so guten und unterhaltsamen Unterricht, dass es mir tatsächlich um jeden freien Tag leidtat. In den drei Wochen habe ich sprachlich ganz schön was gelernt, so dass ich mir mittlerweile ohne große Schwierigkeiten Filme auf Spanisch anschauen kann und schon gute Gespräche hinbekomme (manchmal aber auch unangenehme Themen wie Reklamationen…).


Ich habe beim meinem 4-Tage-Kurztrip nach Barcelona keinen Sprachkurs gemacht :-), trotzdem ein paar Brocken dazugelernt. Für ein Gespräch reichts noch lange nicht, aber a) ist noch Zeit bis Südamerika und b) kann ich ja Privatunterricht nehmen.

Die Zeit während Doro dem Unterricht fröhnte, habe ich Barcelona erkundet. Da ich kein Freund von touristischem Überangebot bin und die Geheimtipps in Reiseführern (wie geheim kann ein Tipp bei 100.000-facher Auflage noch sein??) mich eher fernhalten, war Intuition und „einfach drauf los“ angesagt.

Ich glaube, man sieht dabei deutlich mehr von Land/Stadt und Leute auf gut Glück als mit dem Marco Polo in der Hand strack den Routen folgend.

Mit dem GPS am Rücksack habe ich mich von den Geocaches durch die Stadt treiben lassen, immer mit der Frage wo ich wohl rauskomme, wie siehts da aus, was ist da in der Nähe? Und so bin ich von der Avinguda Diagonal über die Seitenstraßen Richtung La Rambla gekommen, dann in die Altstadt abgebogen um dort dem Treiben der Barcelonesen zuzuschauen, danach Richtung Strand (Barcelonetta), dabei die ehem. Stierkampfarena gestreift, weiter zum Museum für moderne Kunst, dem montjuïc und andere Punkte.

Barcelona selbst hat mir persönlich nicht so gefallen. Alles wirkt irgendwie gleich und gleicher, wohl ein Fluch des Schachbretts. Trotzdem war es schön, ein paar Tage in dieser interessanten Stadt zu verbringen. Nochmal hin? Denke eher nicht.

Barcelona


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