Bangkok – Alptraum oder Superlative

tja, es ist mal wieder an der Zeit, einen kleinen Reisebericht abzuliefern. Der Minivan bringt uns von Ko Lanta aus nach irgendwo zum Busterminal. Denkste. Erst geht es aufs Festland. Dann irgendwohin zum umsteigen, dann nochmal und nochmal. Die anderen Fahrgäste sind auch nicht schlauer als wir, was denn nun wird. Endlich gibt uns eine Frau in der dritten Travel-Agency Auskunft: Busterminal: Surat Thani, etwa 150km nordöstlich von Trang (unserer eigentlichen Startposition). Thailand_Bangkok_054Die Fahrt dauert in Summe um die 3 Stunden. Wir werden im Nichts in einem Restaurant abgeladen. Endlich ein Klo und was zu essen bzw. trinken.

Der VIP-Bus soll uns da abholen… aha, uns und die 30 anderen hoffentlich auch Trauriges Smiley

Man glaubt es kaum, 3/4 Stunde später steht das Teil vor der Tür, sieht gar nicht mal so schlecht aus von aussen, Thailand_Bangkok_037Toilette an Bord, da Direkt-Night-Bus. Innen allerdings ist das gar nicht mehr so VIP. Der Bus hat seine besten Tage hinter sich würde ich sagen. Doro und ich haben Glück und können uns auf die beiden hintersten Plätze begeben. Die haben nicht nur deutlich mehr Platz zum Vordersitz. Es ist auch niemand dahinter den man evtl. bei Schlafposition in den Sitz quetscht.

12 Stunden Fahrt können Thailand_Bangkok_009einen schon was zermürben. Da wir Decken an Bord haben (die Klima kennt ja nur die Stellung Gefrierfach) lösen wir diesmal das Platzproblem auf unsere Weise. Doro knallt sich hinter die Sitze mit den beiden Decken auf den Boden, ich verharre auf den beiden Sitzen. Bequem is anders, aber besser als die anderen 35 Busfahrer.

Morgens um 05:30 Uhr werden wir unsanft geweckt (hat doch tatsächlich für 2-3 Stunden Schlaf gereicht). Bangkok, Bangkok… please out of the bus…. Ja saugeil, wir…. in Bangkok. Wir hatten natürlich vergessen zu fragen, wo wir rausgeworfen werden. Das ganze Abladen geht so ratzfatz, keine 10 Minuten später ist der Bus weg, etwa 35 Backpacker auf dem Bürgersteig und unzählige Tuk-Tuk und Taxifahrer brüllen einen aus jeder Ecke an wo man den hin will, und alle kennen natürlich das Beste Haus am Platz und für ganz wenig Baht wird man da hin gefahren.

Doro und ich machen uns mit dem Gepäck aus dem Staub, die Straße runter. Es fängt an zu regnen, das machts nicht besser. Thailand_Bangkok_018Straßennamen suchen, Reiseführer raus und schauen wo wir sind. Das Garmin-GPS leistet uns hier gute Dienste, denn ich habe eine sehr gute Thailandkare gefunden und Bangkok ist detailliert drauf. Wie der Zufall so will, sind wir direkt in der Nähe unserer gewünschten Ecke, die berühmt-berüchtigte Khaosan-Road, das Backpacker-Ghetto schlechthin.

Thailand_Bangkok_008Eigentlich stünde die Laune nach Frühstück, doch um diese Zeit hat alles noch zu. Also laufen… Wir haben uns eine Bleibe aus dem Führer rausgesucht und biegen nach ca. 10 Minuten von der Hauptstraße ins Viertel ab. Die Zahl an Homestays, Hotels, Kaschemmen und Unterkünften ist nicht zu überblicken. Wir ersparen dem geneigten Leser die Details, finden eine nette Bleibe in einer kleineren Seitenstraße für 400 Baht das Doppelzimmer mit Klimaanlage, das Sidthi Guesthouse. Klima ist auch bitter nötig, denn angeblich ist Bangkok klimatisch die heisseste Stadt der Welt. Scheint zu stimmen, die Hitze früh morgens ist schon krass.

Wir gönnen uns Frühstück (Toast, Butter, Marmelade und Kaffee), die Preise sind unglaublich günstig (im Ernst!!!), danach erster Rundgang durch Thailand_Bangkok_068“unser Viertel”. Was gibts zu berichten, hmmm, mal sehen: Homestay, Massagesalon, Homestay, Cafe, Homestay mit Cafe, Massage, Massage, Cafe, Homestay etc…, ach ja, Travel-Agenturen und “Schneidereien” vergessen…. und den 7-Eleven-Supermarkt. Eins ist mal klar, verhungern werden wir nicht Smiley .

Die Khaosan-Road liegt nur ein paar hundert Meter entfernt, ca. 5 Minuten zu Fuß. Das Gewusel ist brutal. Hier gibt es alles, was das Backpacker-Herz begehr. T-Shirts, Tattoos, Essen, Bars, Massage, Unterkünfte, Schneider, aber kaum Thailänder. Dafür ein kunterbunter Mischmasch aus allen Nationen dieser Welt. Man muß es mal gesehen haben, dann reichts aber auch schon wieder. Noch erschöpft von der langen Busfahrt gehts nach einem Abendessen ins Homestay zurück.

Bangkok ist so unglaublich groß, unsere Ecke aber leider nur unzureichend an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen. Busfahrpläne sind nur was für Weicheier, dem zu r Folge gibts keine. Die Karte aus dem Hostel hat ein paar Knotenpunkte verzeichnet, doch einzelne Busstops zu finden ist Glücksache, ob dann noch ein Bus kommt eine ganze andere. Das gleiche gilt für die unzähligen Piers der Fähren, welche einen für kleines Geld über den Fluß bringen. Diese liegen meist gut versteckt hinter Restaurants, Shop oder Märkten.

Am nächsten Morgen begeben wir uns nach dem Frühstück auf Sightseeing-Tour und es kommt wie es kommen muß: Ein “Guide” fragt uns nach dem Wohin und gibt gleich gute Ratschläge. Im Tuk-Tuk für cheap-cheap-price. Wir lehen ab, die Masche ist alt, zumal viele Punkte wie das National-.Museum, der Grande Palace oder auch Wat Pho zu Fuß zu erreichen sind.

Thailand_Bangkok_041Thailand_Bangkok_074Ein Wort zu diesen “Guides”: Auch wenn es hart klingt: Es sind mehr oder weniger alles Betrüger. Ein freundlicher Mann/Frau, gut gekleidet und halbwegs passables englisch spricht einen an, es wird erklärt das heute, und nur heute z.B. letzter Tag für großes Buddha-Geburtstags-Fest die 5 oder 6 Sehenswürdigkeiten für 20 Baht im Tuk-Tuk angefahren werden. Aber nur die “offiziellen” mit der gelben Flagge. Der Fahrer wartet, so lange man braucht und dann gehts weiter. Aber nur heute und sofort, denn es sind viele heute unterwegs. Wer des Rechnens nicht ganz unmächtig ist wird feststellen, das selbst in Thailand niemand für 20 Baht den ganzen Tag arbeiten kann und wird. Im Endeffekt wird man max. 1 oder 2 Sachen zu sehen bekommen und im Anschluss irgendwo zu Edelsteinschmieden und Schneidereien gefahren, dort versucht unter Druck ordentlich zu verkaufen und dann zurück irgendwo auf die Hauptstraße. Den Plunder, den man dann für ein vielfaches des reelen Wertes erworben hat, kann man quasi in die Tonne kloppen.

Ansonsten hat Bangkok als Hauptstadt und Weltstadt so ziemlich alles zu bieten, was man möchte. Wir gönnen uns einen Abend sogar mal eine Pizza, irgendwie brauchts auch mal eine Auszeit von PadThai, Red Curry und Tom Yam.

Thailand_Bangkok_007Am Sonntag mache ich mich mal alleine auf den Weg nach Nam Tok. Wer kennt ihn nicht, den Film “Die Brücke am Kwai” (Quelle: Wikipedia) mit Alec Guiness. Die sogenannte “Death Railway” wurde von den Japanern im 2ten Weltkrieg als Verbindung zu Burma geplant und gebaut. Als Arbeiter sind ausnahmslos Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zum Einsatz gekommen. Death Railway deswegen, da ca. 94.000 Zwangsarbeiter und etwa 14.00 Kriegsgefangene ums Leben gekommen sind.

Der Weg von Bangkok geht von der kleineren Thonburi-Zugstation aus. Die Fahrkarte für die ca. 130km lange noch befahrbare Strecke kostet immer und für jeden 100Baht. Die Wagons sind quasi noch aus der Originalzeit, 3te Klasse Holzbank mit Ventilatoren. Fenster sind für gewöhnlich auf, es sei denn sie klemmen. Die Strecke wird täglich noch als offizielle Zugstrecke betrieben und so wundert es nicht, das viele Thailänder an Bord sind. Die Fahrt selbst verläuft recht unspektakulär bis nach Kanchanaburi. Danach wird es lustig, denn es geht über die Kwai-Brücke. Von da an hat das mit bahnfahren nichts mehr zu tun, das ist Touri-Populismus Thailand_Bangkok_117pur. 2 Stationen weiter gibt es riesige Resorts, welche die Massen der Bustouristen aufnehmen und die Vorbeifahrt des Zuges mit Handy, Ipad, oder auch Filmkamera “bestaunen”.

Nach ca. 6 1/2 Stunden komme ich in Nam Tok an, der Zug hatte bereits nach den ersten 20km schon Verspätung. In Nam Tok gibt es Thailand_Bangkok_033nebem dem Ende der Death Railway einen Wasserfall, eine Quelle und diverses andere zu Thailand_Bangkok_044bestaunen. Das schenke ich mit aber, denn die Touri-Massen, welche Busladungsweise da hochgekarrt werden, verderben mir die Lust auf mehr. Da wedelt die Reiseleiterin 2 Gruppen russischer Touris über die Straße, jeder hat die Nummer seiner “Reisegruppe” umhängen und es wird zur Eile genötigt, wer denn den Wasserfall und die Quelle noch sehen möchte. Ne danke….

Thailand_Bangkok_029Zurück fahre ich erst mit dem Local Bus von Nam Tok nach Kanchanaburi und von dort aus mit dem Minivan zurück nach Bangkok. Das geht schneller und ist etwas bequemer, wenn man nicht im Sonntags abend Rückreiseverkehr stecken würde….. Trauriges Smiley.

Wir schauen uns noch so manches in Bangkok an, alles zu nennen würde den Rahmen sprengen und so Thailand_Bangkok_012ist es nach 1 Woche dann Zeit, in Richtung Chiang Mai aufzubrechen, die 2größte Stadt von Thailand im Norden des Landes. Für 450Baht gehts von Bangkok im VIP-Schlafbus in ca. 12 Stunden nach Chiang Mai… Die Rucksäcke sind gepackt, da der Bus erst abends um 18.00 Uhr abfährt, wir aber bereits um 12 Uhr auschecken müssen, bleibt das Gepäck im Homestay. Ein Service den hier so ziemlich alle bieten und für 10Baht ist das keine Frage. Nach der Erfahrung vom letzten Mal sind wir echt gespannt, die Angaben des Reisebüros waren ok, angeblich 3 Sitze pro Reihe alle mit 180°-Schlafposition. Wir werden berichten….

Für uns ist Bangkok eine Stadt des Albtraums und der Superlative zugleich. Sicher ist, das wir mind. noch 1 mal zurück kehren werden, uns sei es nur für den Flug nach Sydney… Smiley

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