Bandungan

Oh ja, es war eine sehr gute Idee, sich hier zum Ausspannen nieder zu lassen. Das Hotel Rawa Penning vermittelt ein Gefühl von zuhause. Die ganze Anlage ist für hiesige Verhältnisse ein Traum in grün. In Terrassen angelegte Gärten mit blühenden Pflanzen, alten Bäumen, gepflegten Rasenflächen, Brunnen, überall verstreuten Sitzplätzen und Lauben… usw. Ich als Gartenfan könnte jetzt einen vierseitigen Bericht über die einzelnen Pflanzen und die Gartengestaltung raushauen, aber abgesehen von Hannelore würde das wahrscheinlich kein Mensch lesen. Unser Zimmer ist hell und freundlich, wir haben drinnen und draußen einen Tisch, ein Kaffeetablett, und heimelige Blümchengardinen vor Fenstern und Türe.

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Das Restaurant  ist gleich neben unserem Zimmer, so dass wir zum Frühstück nur ein paar Schritte über die Veranda zu gehen haben. Beim ersten Frühstück haben wir uns fröhlich Toast und Kaffee bestellt, aber das war ein Fehler. 2 Scheiben (nicht getoasteter) weißer Toast, dazu Margarine (leider lange abgelaufen) und holländische Schokostreusel (Hagelslag), wohl als Vermächtnis der Kolonialherren. Am nächsten Tag machen wir es besser und holen uns Suppe mit Reis vom Buffet. Für den westlichen Geschmack irgendwie so gar nicht Frühstück, aber dafür lecker und frisch. Ich glaube das nächste Frühstück mit Brot und Marmelade (wann auch immer…) wird wie Weihnachten.

Bandungan ist ein kleiner, lebendiger Marktort, zu dem es von unserem Hotel aus 10 Minuten zu laufen sind. Unser erster Anlaufpunkt ist meistens der kleine Beauty-Salon, in dem wir die wichtigsten Internet-Geschäfte erledigen. Nach dem Diebstahl gibt es doch noch einiges zu klären. Die Belegschaft des Schönheitssalons scheint sich über unseren Besuch zu freuen, wir werden wie eine kleine Attraktion behandelt.

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Viel unternehmen kann man ansonsten in Bandungan nicht, aber wir wollten ja auch mal etwas Ruhe. Jeden Tag laufen wir in den Ort, holen uns eine Tüte mit köstlichen frittierten Bananen, Gemüsebällchen und süßen Kadong (?) mit Kaffee  oder futtern die weltbesten Mie Goreng (scharfe gebratene Nudeln mit Gemüse und Hühnchen). Auf dem Markt kaufen wir uns leckere kleine Früchte, so ähnlich wie Litschis. Alles andere sieht auch ziemlich  interessant aus, müsste aber gekocht werden. Die meisten scheinen hier vom Obst- und Gemüseverkauf zu leben, auch viele Stände mit Zierpflanzen und Orchideen gibt es. Einige scheinen von nichts zu leben: beim Marktbesuch sehen wir in Lumpen gekleidete Frauen, die in den stinkenden Abfallbergen nach etwas Essbarem wühlen.

An unserem zweiten Tag organisieren wir uns einen Transport nach Gedong Songo, einer Tempelanlage in der Nähe. Erst geht es mit dem Bemo los, dann steigen wir um auf Ojek, private Motorradtaxis. Oben angekommen zahlen wir Eintritt (klassisch: 50.000 Rupien für Touristen, 6000 für EinheimischeSmiley). Dann wandern wir von einem kleinen Tempel zum nächsten, es geht hoch und runter und man hat eine schöne Aussicht.

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In der Mitte der Anlage kann man schwefelhaltige Quellen beschauen und beschnuppern (ihhhhgitt). Ganz Mutige können sogar gegen Eintritt in ein warmes Planschbecken hüpfen, aber das sieht irgendwie nicht so verlockend aus. Stattdessen einen leckeren Kaffee und dann setzen wir uns zum Essen  in einen Warung am Ausgang der Anlage. Den Heimweg treten wir zunächst zu Fuß an, da es bergab doch leichter geht. Dabei kommen wir an vielen Gärtnereien vorbei, die die Straße rechts und links säumen. Schön für mich, wegen vieler Fotostops evtl. etwas mühselig für Heyko.

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Schade, dass wir hier nur bis Samstag bleiben können… Es wird mir schwer fallen, diese Ruheoase zu verlassen und wieder auf die Piste zu gehen. ABER am Samstag abend geht unser Nachtzug nach Jakarta, und Sonntag ist schließlich das METALLICA KONZERT. Fortsetzung folgt…

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