Auf neuen Pfaden

nachdem wir unsere Bude in Coromandel geräumt haben, ging es erst mal weiter Richtung Süden. Bei Thames haben wir den ersten Stop des Tages eingelegt, um den Rail Loop Track zu laufen. Ca. 5 km an einer alten Eisenbahnlinie entlang, welche auch einen ca. 1km langen Tunnel beinhaltet. Ist aber ein Rundkurs, daher kommt man lässig am Parkplatz wieder raus. Neuseeland_Rotorua_Kerosene-Creek_001Die Strecke haben wir in gut einer Stunde abgerissen, so das wir uns auf den Weg zum nächsten Halt machen konnten. Den Makane-Geysir. Allerdings waren wir etwas spät dran und von den angeblich 4m Spuckhöhe blieben klägliche 50cm übrig. Kann natürlich auch sein, das der heute etwas schwach auf der Brust war und das mit dem Spritzen nicht immer gleich gut fluppt. Nun denn, immerhin wird da nicht künstlich nachgeholfen (wie bei einigen anderen Geysiren).

 

Da wir noch mindestens bis nach Tauranga wollten, haben wir dann etwas auf die Tube gedrückt. In Tauranga gibt es den Mount Manganui zu sehen und wer möchte auch zu erklimmen. Das Teil ist jetzt nicht besonders hoch, aber trotzdem schön zu laufen. Liegt nämlich auf einer Halbinsel und bietet einen tollen Ausblick. Ausserdem sollte es in Tauranga ein vor der Küste gesunkenes Schiff zu sehen geben. Die Auskunft in der Touri-Info war aber ernüchternd. Das Teil wurde zerlegt und liegt nun völlig unter Wasser, also nix mehr mit guggen. Da uns die Unterkünfte zu teuer waren und der Ort uns auch sonst nicht angesprochen hat, sind wir nach Rotorua durchgestartet. Es war schon 21:30 Uhr als wir dort angekommen sind und es begann die ermüdende Suche nach einer Unterkunft. Viele sind ausgebucht und die Hotels will ich mir nicht antun. Wir hatten dann aber Glück und sind in der Neuseeland_Rotorua_002Rotorua Spa Backpacker Lodge untergekommen, ein kleines Doppelzimmer in lockerer Atmosphäre. Neuseeland_Waimangu_Vulcanic-Valley-Walk_005Was wir bis dahin noch nicht wussten: Es gibt dort unzählige heisse Quellen auf Grund der thermischen Aktivität. Fast jeder hat einen Blubberpool für lau im Garten. Das ist mal ne fette Sache.

Neuseeland_Rotorua_006Am nächsten Tag also Sightseeing durch Rotorua, danach wollten wir eigentlich in das Geothermal-Valley mit dem grössten natürlichen Geysir Neuseelands, Spuckhöhe 15m. Im Reiseführer wurde das als nette Wanderung durch das Gebiet beschrieben, dem entsprechend waren wir auch ausgerüstet: Wanderbotten, Marschrucksack und Verpflegung. Dort angekommen haben wir uns schon über die Aufmachung gewundert, sieht eher aus wie Neuseeland_Rotorua_008Disneyland, die anderen Besucher mit Schläppchen und Handtasche bewaffnet, leicht overdressed wir beide würde ich sagen. Nach kurzer Rücksprache mit dem Mensch an der Kasse ist das eine Rundfahrt mit Guide, klar sieht man den Geysir, aber hauptsächlich ein Maori-Dorf-Nachbau, das Cafe, den Souvenir-Shop und das Restaurant. Für fast 50NZ$ war mit das zu teuer und Thorsten meiner Meinung. Gestrichen. Statt dessen sind wir zum Kerosene Creek gefahren, ca. 20km südlich von Rotorua. Das war die deutlich bessere Wahl. Der Kerosene Creek ist ein badewasser-warmer Fluss, man kann baden und einfach nur entspannen. Wie cool ist das denn? Und das für lau.

Für den Abend hat Thorsten sich eine Tour in ein Maori-Dorf gebucht, um neben den Tanz-Aufführungen mal das Hangis zu probieren. Hangis ist maori-traditionell Lamm und Hühnchen gebrutzelt in der Erde mit heissen Steinen. Mir war das zu teuer und bin daher im Hostel geblieben. War jetzt wohl nicht der wahnsinns Brüller, ganz ok, aber eben doch wie so oft eine klassische Touri-Veranstaltung.

 

Für den nächsten Tag haben wir uns als Ziel New Plymouth gesetzt. Auf dem Weg dorthin haben wir allerdings die Wanderung durch das Neuseeland_Waimangu_Vulcanic-Valley-Walk_008Waimangu-Vulcanic-Valley gemacht. Das jüngste geothermale Gebiet der Erde. Super schön. Danach ging es weiter zum Endziel des Tages. Bei New Plymouth gibt es den Mount Egmont zu besteigen, eine Wanderung von ca. 970m auf ca. 2.500m. Eingecheckt haben wir im EcoInn, eine total nette Backpacker-Unterkunft im Nirgendwo. Wir hatten ein ganzes Haus für uns mit allem was dazugehört. So viel Luxus und nette Hosts hatten wir nicht erwartet. Wir hätten auch verlängert, aber wir haben bereits das Fährticket für die Überfahrt von Wellington nach Picton. Das muß im Voraus gebucht werden denn, die Fähren sind im Augenblick hoffnungslos überlaufen. Haben Glück gehabt, das wir überhaupt so kurzfristig noch ein Ticket bekommen haben.

Heute dann recht früh los, um den Mount Egmont zu bezwingen. Neuseeland_New-Plymouth_Mt-Egmont-Walk_001Für mich war klar, das ich den Gipfel nicht erreichen werde. Die Tour ist schon recht anspruchsvoll, sowohl an die Kondition als auch an das Material und auf dem Gipfel liegt Schnee. Dafür bin ich nicht ausgerüstet. Deal war, ich gehe so weit die Füße tragen und dann trennen wir uns. Der Weg da hoch ist schon alpin, sprich nach steilen befestigen Anstiegen geht es über loses Geröll, kurze Holztreppen-Stiege und freier Berg rauf auf den Gipfel. Gestartet wird bei ca. 970 Höhenmeter, der Weg ist ca. 4 – 4,5km lang, Zeit zwischen 7-10 Stunden Neuseeland_New-Plymouth_Mt-Egmont-Walk_012für Hin- und Rückweg. Neuseeland_New-Plymouth_Mt-Egmont-Walk_007Das schwierige ist eigentlich nicht mal der Aufstieg, problematisch wird der Abstieg, wenn einen die Kräfte verlassen. Dann ist das richtig gefährlich und so war für ,ich bei ca. 2.100m Schluss. Trotzdem war das Erlebnis unglaublich. Los gings in trübem Wetter mit leichtem Nieselregen. Der Aufstieg hat uns dann durch die Wolkendecke geführt und bei ca. 1.900m waren wir dann darüber, wahnsinn dieser Blick, dieser Gefühl über dem Dach der Welt zu sein. Habe mich gefühlt wie ein kleiner Reinhold Messmer. Zum Gipfel waren es noch ca. 800m Strecke, aber eben auch 400Höhenmeter. Jeder der schon mal im Gebirge war, weiss was das heisst. Hochleistung, für mich zu viel, denn der Rückweg will ja auch sicher gemeistert werden und da muß man einfach dem Verstand den Vorrang vor der Abenteuerlust geben.

Neuseeland_New-Plymouth_Mt-Egmont-Walk_013Thosten hat sich also alleine weiter nach oben gekämpft und ich bin wieder nach unten gekraxelt. Richtige Entscheidung, den hier im Cafe im Visitor-Centre angekommen habe ich schon ziemlich wobbelige Beine, wie Wackelpudding.

So tippe ich diese Zeilen und warte auf den Gipfelstürmer. Für uns geht es heute noch nach Wellington, denn morgen, den 13.01.2014 geht unsere Fähre rüber auf die Südinsel. 09:00 Uhr ist Abfahrt, 1 Stunde vorher einchecken, da bleibt nicht viel Spielraum für Experimente.

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